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EU-Öko: Falsche Kompromisse vermeiden

© Naturland
von , am
28.11.2014

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Im Streit um die von Brüssel geplante Totalrevision der EU-Öko-Verordnung warnt Naturland vor falschen Kompromissen zu Lasten der Zukunft des Öko-Landbaus. [[mehr]] "Der derzeit diskutierte Vorschlag der italienischen Ratspräsidentschaft ist nicht mehr als ein Scheinkompromiss. An der grundsätzlich falschen Ausrichtung der Brüsseler Pläne ändert sich dadurch gar nichts", sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, auf der Delegiertenversammlung des Öko-Verbandes.
 
In einem einstimmig gefassten Beschluss forderten die Naturland Delegierten die Bundesregierung auf, alles daran zu setzen, um bis zur Sitzung des EU-Agrarministerrats am 15. Dezember Allianzen gegen die geplante Totalrevision und für eine Rettung des Öko-Landbaus in Europa zu schmieden. "Die Verbraucher wollen mehr heimisches Öko. Viele Landesregierungen in Deutschland unterstützen dies, indem sie die Rahmenbedingungen für Öko-Bauern verbessern. Diese positiven Ansätze werden aber durch die Entwicklung auf europäischer Ebene komplett konterkariert", heißt es in dem Beschluss der Naturland Delegiertenversammlung.
 
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Weniger Ökobauern als Folge

Der Entwurf der EU-Kommission hätte weniger statt mehr Öko zur Folge, warnen die Naturland Delegierten. So würde die geplante Einführung eigener Öko-Grenzwerte eine Abkehr vom Grundprinzip der Öko-Kontrolle bedeuten: Statt des gesamten Prozesses der Lebensmittelerzeugung vom Acker bis zum Teller stünde dann nur noch das Endprodukt im Mittelpunkt. Mehr Sicherheit für die Verbraucher, wie von der EU-Kommission versprochen, entsteht dadurch nicht. Im Gegenteil: Wirklich wichtige Probleme, wie der Kampf gegen Bio-Betrüger, werden nicht einmal angesprochen.
 
Die Öko-Branche habe laut Naturland zahlreiche Vorschläge gemacht, wie die wirklichen Probleme durch eine gezielte Weiterentwicklung der bestehenden EU-Öko-Verordnung gelöst werden können. Doch statt diese Vorschläge aufzugreifen, halte auch der neue EU-Agrarkommissar Phil Hogan lieber am unsinnigen Ziel einer Total-Revision fest.
 
"Es ist nun an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, diesen Widerstand zu bündeln und eine Totalrevision zu verhindern, die letztlich nur eines zur Folge hätte: Rechtsunsicherheit auf Jahre hinaus und damit weniger Bauern, die auf Öko umstellen," fordert Hans Hohenester.
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