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EU plant neue Auflagen für Tierhalter

von , am
20.07.2015

Nachdem der Umweltausschusses des Europäischen Parlaments der Überarbeitung der EU-Luftqualitätspolitik zugestimmt hat, kritisieren Copa und Cogeca diese als unrealistisch. Zudem habe sie immense Beeinträchtigungen für die europäischen Tierhalter.

Auch in den Schweinestall von ISN-Vorstand Heinrich Dierkes drangen Tierschützer illegal ein. © isn
Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen bestätigt, dass die Abstimmung und die unrealistischen Ziele, die in der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) gefordert werden, erfüllten die Verbände mit großer Sorge. "Wir sind der Überzeugung, dass eine Festlegung von Zielen für Methan aus der Landwirtschaft in der NEC-Richtlinie nicht zielführend ist, da dieses Treibhausgas bereits effektiv über die Lastenteilungsentscheidung geregelt ist", erklärt Pesonen.
 
Aus der Folgenabschätzungsstudie der Kommission gehe zudem deutlich hervor, dass die Umsetzung keineswegs mit keinen oder nur geringen Kosten einherginge.

Vorleistungen anerkennen

Copa und Cogeca sind auch der Ansicht, dass die Abgeordneten des Europäischen Parlaments die bereits vom Landwirtschaftssektor geleisteten Anstrengungen mit Blick auf die Reduzierung von Ammoniakemissionen berücksichtigen müssten.
 
So fielen die Ammoniakemissionen zwischen 1990 und 2011 zum Beispiel in Deutschland um 20 Prozent, in Dänemark um 30 Prozent, in Belgien um 44 Prozent, in den Niederlanden um 67 Prozent, in Estland um 58 Prozent und im Vereinigten Königreich um 22 Prozent, wie aus dem Statusbericht 2012 zur NEC-Richtlinie hervorgeht. Diese Investitionen seien ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn sie mit hohen Kosten für die Landwirtschaft einhergehen, und entsprächen der jüngsten Reform der europäischen Tierwohlstandards. Sie dürften nicht gefährdet werden, so Pesonen.
 

EU-Produktion könnte sinken

Nach dessen Auffassung seien die bedeutenden Synergien zwischen der Luftpolitik und anderen Politikbereichen wie dem Klimaschutz anzuerkennen. Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen aus der Landwirtschaft könnten zu einem Rückgang der EU-Produktion führen und somit angesichts des Anstiegs der weltweiten Nachfrage nach Lebensmitteln um 60 Prozent bis 2020 die Ernährungssicherheit gefährden.
 
"Dieser Tatsache muss Rechnung getragen werden. Wir appellieren daher an alle Abgeordneten des Europäischen Parlaments und an die Minister der EU, unsere Ansichten zu berücksichtigen und einem realistischeren Ergebnis den Weg zu ebnen", fordert der Copa-Cogeca-Generalsekretär.
 
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