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Fast jeder fünfte Landwirt ist klamm

von , am
14.10.2015

Die Ergebnisse des Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) für September zeigen eine weiter deutlich verschlechterte wirtschaftliche Stimmungslage der deutschen Landwirte.

© landpixel
Die aktuell angespannte Liquiditätslage in vielen Betrieben führt zu einem drastischen Rückgang der Investitionsbereitschaft. 18 Prozent der Landwirte geben an, dass die Liquiditätslage ihrer Betriebe angespannt oder sehr angespannt ist. Im Juni waren es noch entsprechend nur 13 Prozent. Jeder vierte Futterbaubetrieb klagt über eine angespannte oder sehr angespannte Liquiditätssituation. Mit entsprechend 19 Prozent ist der Anteil aber auch in den Veredlungsbetrieben relativ hoch.
 
 

Investitionen sind auf Tiefpunkt

Nach den September-Zahlen fällt das für das kommende halbe Jahr geplante Investitionsvolumen mit 3,9 Milliarden Euro auf einen neuen Tiefpunkt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,6 Milliarden Euro, gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren sogar 2,0 Milliarden Euro weniger. Die Investitionen in Wirtschaftsgebäude sind im Jahresvergleich um die Hälfte eingebrochen. Nur 28 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Vor einem Jahr waren es noch 34 Prozent, vor zwei Jahren 39 Prozent. Die Investitionszurückhaltung betrifft alle Betriebszweige.
 

Mehr Investitionen in Biogas und Solar

Innerhalb des geschrumpften Investitionsvolumens entfallen rund 1,7 Milliarden Euro ein auf Ställe und Stalltechnik. Gegenüber dem Vorjahr sin dies 1,8 Milliarden Euro weniger. Mit 0,9 Milliarden Euro sind die vorgesehenen Maschineninvestitionen leicht rückläufig (minus 0,1 Milliarden Euro). Die beabsichtigten Investitionen in erneuerbare Energien Biogas, Fotovoltaik und Windkraft steigen dagegen, und zwar von 0,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf aktuell 0,9 Milliarden Euro. Mit geplanten 0,4 Milliarden Euro bleiben die außerlandwirtschaftlichen Investitionen im Jahresvergleich unverändert. Dabei handelt sich es vornehmlich um Investitionen in Wohngebäude.  
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