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Fast so viel Wintergerste wie 2014

von , am
30.07.2015

Im Süden Deutschlands sind Wintergerste, Winterweizen und Winterraps zum größten Teil geerntet. Im Osten ist erst die Wintergerste soweit. Die Ertragserwartungen liegen unter dem Niveau des Vorjahres.

© landpixel
Der Deutsche Bauernverband (DBV) gab seinen zweiten Erntebericht heraus. Dieser basiert auf den Meldungen der Landesbauernverbände über die tatsächlich geernteten Mengen. Demnach sind die Ernteverläufe und die Erträge in den Regionen sehr unterschiedlich.

Wintergerste: Nur 0,3 Mio. t weniger als 2014

Die anhaltende Trockenheit hat vor allem in der Mitte Deutschlands, also in Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, zu deutlichen Mindererträgen von 15 Prozent bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt. Damit sind die Erträge in diesen Regionen unterdurchschnittlich.
Dagegen erreichten die Erträge auf Standorten mit ausreichenden Niederschlägen vor allem in den norddeutschen Bundesländern und im äußersten Süden nahezu das sehr gute Vorjahresniveau. Da es sich bei den norddeutschen Bundesländern um wichtige Erzeugungsregionen für Wintergerste handelt, wirken sich die dort erzielten Erträge von 7,5 bis zu 10 t/ha positiv auf den bundesdurchschnittlichen Ertrag aus.
 
Der DBV rechnet damit, dass im Bundesdurchschnitt 7,2 Tonnen Wintergerste pro Hektar geerntet werden. Damit liegen die Erträge gut sechs Prozent unterhalb des Vorjahres. Die  Anbaufläche liegt in diesem Jahr bei 1,27 Mio. Hektar und ist so um drei Prozent größer als im Vorjahr. Deshalb wird die Wintergerstenernte 9,1 Mio. Tonnen betragen und damit das Vorjahresniveau lediglich um 335.000 Tonnen unterschreiten.

Winterweizen: Bis zu 15 Prozent weniger Ertrag

Bisher wurde Winterweizen vor allem im Süden Deutschlands geerntet. So konnten in Bayern, in Baden-Württemberg, im Saarland und im südlichen Teil von Hessen und Rheinland-Pfalz bereits mehr als die Hälfte des Winterweizens geerntet werden, regional sogar bis zu zwei Dritteln der Fläche.
 
In den nord- und ostdeutschen Bundesländern steht der größte Teil des Weizens noch auf dem Halm. Die Ernte hat erst begonnen oder wird - sofern die Witterung es zulässt – in den nächsten Tagen beginnen. Die bisherigen Ertragsmeldungen liegen mit minus zehn Prozent bis 15 Prozent deutlich unterhalb der guten Vorjahreserträge von durchschnittlich 8,7 t/ha. Auch wenn mit Bayern und Baden-Württemberg flächenmäßig bedeutende Weizenanbauregionen große Teile der Ernte eingefahren haben, lassen sich hieraus noch keine soliden Schätzungen für die bundesdeutsche Weizenernte ableiten. Es ist zu erwarten, dass das Ertragsniveau des Winterweizens in Abhängigkeit der Bodengüte und der Wasserversorgung ebenfalls stark schwanken wird. Die Weizenfläche stieg gegenüber dem vergangenen Jahr um drei Prozent, das sind 94.000 ha, an.

Roggen: Hektarertrag um 18 Prozent niedriger

Sorgen bereitet vielen Landwirten die Roggenernte. Roggen ist mit einer Anbaufläche von 625.000 ha in Bezug auf die Getreideanbaufläche Deutschlands keine weit verbreitete Kultur. Erste Druschergebnisse lassen aufgrund eines hohen Anteils an Schmachtkorn regional Mindererträge von bis zu 30 Prozent befürchten.
 
Im Bundesdurchschnitt könnten die Erträge mit 5 t/ha etwa 18 Prozent unterhalb des Vorjahresertrages liegen. Inwieweit sich diese Ertragserwartungen bestätigen, werden die Druschergebnisse der kommenden Tage zeigen, wobei sich die wiederkehrenden Regenschauer nicht positiv auf die Qualität des Roggens auswirken werden.

Winterraps: Schädlinge und kleinere Fläche schmälern Ergebnis

Im Norden Deutschlands mit dem größten Rapsanbaugebiet in Mecklenburg-Vorpommern konnte die Rapsernte noch nicht beginnen, abgesehen vom Probedrusch. Die Winterrapsflächen in Bayern und Baden-Württemberg sind zu mehr als der Hälfte gedroschen. Vergleichbares gilt für den äußersten Westen Deutschlands sowie für Sachsen-Anhalt und Teile Sachsens.
 
Verlässliche Aussagen über die Gesamterntemenge sind vor diesem Hintergrund derzeit nicht möglich. Jedoch scheint sich die Prognose zu bestätigen, die Rapsernte 2015 werde deutlich kleiner ausfallen als im Vorjahr. Ursächlich hierfür ist der starke Schädlingsbefall im vergangenen Herbst. Dieser ist auf die Trockenheit im Frühjahr und die verbotene Beizung des Rapssaatgutes zurückzuführen. Zudem wirkt sich die mit 1,3 Mio. ha um 90.000 ha kleinere Anbaufläche negativ auf das Ernteergebnis aus.
 
Eine abschließende Bilanz der Ernte 2015 wird der Deutsche Bauernverband am 18. August vorlegen.
 
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