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Frankreich: Politischer Schweinepreis ausgehebelt

von , am
19.10.2015

In Frankreich spitzt sich der Konflikt um den Preis für Schlachtschweine weiter zu.

© landpixel
Nun sind zwei weitere Abnehmer der Versteigerung von Schlachtschweinen im bretonischen Plérin fern geblieben. Das berichtet das französische Magazin France Agricole. Die Börse ist daher vorläufig geschlossen und ein französischer Referenzpreis nicht verfügbar.
 
Seit dem 8. Oktober fehlen bei der Auktion auch die Schlachtunternehmen SA Bernard und SA Charles. Die Unternehmen gehören zur Gruppe Jean Floc’h. Nachdem bereits Bigard und Cooperl seit Wochen als Käufer in der Auktion fehlten, verbleiben jetzt nur noch folgende drei Käufer: die Schlachtunternehmen Abera, das zur Avril Gruppe gehört und Josselin Porc, das zur Supermarktkette Intermarché gehört sowie Kermené, das zur Supermarktkette Leclerc gehört.

 

Wenn die Politik am Markt vorbei agiert

Hintergrund für die schwindende Käuferpräsenz ist die Kritik an der französischen Preisfindung. Immer mehr Abnehmer steigen aus Unmut über die Höhe des Preisniveaus aus. Der am Marché du Porc Breton festgestellte Preis sei ein politischer Preis und habe keinen Bezug zur Marktrealität. Insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten leidet. Aus diesem Grund wurden im September erstmalig in der Geschichte Frankreichs Hauspreise gezahlt.
Nach Meinung der ISN sei damit der Einfluss der Politik auf den vereinbarten Richtpreis, um die Erzuegererlöse zu sichern, fehlgeschlagen. Wenig zielführend sei es, einen Preis zu machen, der am Markt nicht umzusetzen sei und am Ende ohne jede Preisorientierung dazustehen.
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