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Franzosen stoppen deutsche LKWs

von , am
27.07.2015

Protestierende französische Landwirte haben gestern und heute Warentransporte unter anderem mit Milcherzeugnissen nach Frankreich blockiert. Der Milchindustrieverband ruft die EU-Komnmission um Hilfe.

© EMB
So sollen rund 300 LKWs überwiegend mit deutschen Nahrungsmitteln an den Grenzübergängen gestoppt worden sein. Der Milchindustrie-Verband (MIV), Berlin hat dafür kein Verständnis. "In einem funktionierenden Binnenmarkt haben alle Beteiligten Vorteile", erklärt Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser in Berlin.
 
Die Tradition der Warenblockaden hatte auch in der Vergangenheit keine Wirkung gezeigt. Deutschland ist einer der größten Abnehmer französischer Milchprodukte. Umso unverständlicher sind die Blockaden der Landwirte an den Grenzübergangsstellen. Auch weitere Maßnahmen der französischen Seite sind nicht akzeptabel. "Wenn unter Leitung eines französischen Ministers Beschlüsse gefasst werden, die einem Handelsboykott für deutsche Waren gleichgestellt sind, stellt man das Prinzip Europa in Frage", so der Geschäftsführer zum Ende der Verhandlungen zwischen Handel und Landwirtschaft in Paris. „Wir sehen die getroffenen Vereinbarungen als wettbewerbswidrig an und haben heute die EU-Kommission um Unterstützung gebeten“, führt der Verbandaus. Bei allem Verständnis über die Verärgerung der Landwirte über zu niedrige Erzeugerpreise dürfen wettbewerbswidrige Maßnahmen nicht das Mittel der Wahl sein.

Lebensmittelhandel soll nur französiche Milchprodukte kaufen

So hat die franzözische Regierung nach einem Krisengipfel mit den protestierenden Landwirten dazu aufgerufen, Frankreichs Lebensmittelhandel dürfe nur noch französische Milchprodukte kaufen. Neben Milch seien davon auch Emmentaler, Sahne und Frischkäse betroffen, heißt es.   
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