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Geflügel vorsorglich aufstallen

von , am
25.11.2014

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat allen Bundesländern vorsorglich eine Aufstallpflicht für Geflügel empfohlen. Anlass ist der Nachweis des hochpathogenen aviären Influenzavirus (HPAI) vom Subtyp H5N8 in einer Wildente in Mecklenburg-Vorpommern.

© Mühlhausen/landpixel
"Ich appelliere eindringlich an alle Geflügelhalter zu hoher Aufmerksamkeit und zur konsequenten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen. Unklare Krankheits- oder Todesfälle müssen schnellstmöglich untersucht und bei Verdachtsfällen dem jeweils zuständigen Veterinäramt gemeldet werden", sagte Schmidt. Der Minister kündigte an, er werde die Länder auffordern, ein aktives Wildvogelmonitoring zu veranlassen, das heißt Wildvögel zu erlegen und zu untersuchen.
 
Die Bundesländer reagieren auf die Empfehlung zur Aufstallpflicht bisher unterschiedlich. Mecklenburg-Vorpommern hat ein landesweites Aufstallgebot erlassen. Nordrhein-Westfalen will für Gebiete mit erhöhtem Risiko wegen durchziehender Wildvögel einen entsprechenden Erlass mit Wirkung ab heute beschließen. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden Entscheidungen vorbereitet. In Sachsen-Anhalt soll die Stallpflicht für Risikogebiete spätestens am Mittwoch in Kraft treten. Thüringen und Sachsen wollen die Lage weiter beobachten.

Besonnenheit angemahnt

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) begrüßte die in einzelnen Bundesländern ausgesprochenen Aufstallungsgebote. Aus Sicht des ZDG kann sich insbesondere in gewässerreichen Regionen eine Stallpflicht empfehlen, um einer Einschleppung des Virus durch Enten oder Schwäne in Geflügelbestände Einhalt zu gebieten. Bei aller gebotenen Vorsicht mahnte der Verband zur Besonnenheit. ZDG-Präsident Thomas Janning stellte klar, der nationale Krisenstab beim Bundesministerium sei bisher nicht einberufen worden. Im Agrarressort komme lediglich eine interne Runde auf Fachebene täglich zusammen, um die Lage zu bewerten.
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