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Getreide: Noch 30 Prozent auf den Höfen

von , am
18.03.2015

Den Preisanstieg für Weizen seit der Ernte an Börsen und physischen Märkten auf zeitweise 210 Euro/t führt der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) auch auf die seit längerem anhaltende Euroschwäche zurück. [[mehr]] Der Euro fiel von Beginn letzten Jahres von 1,40 US-Dollar im letzten Jahr auf derzeit 1,05 US-Dollar.
 
Konrad Weiterer, BVA-Präsident rechnet damit, dass das Niveau noch auf 1:1 Euro/Dollar sinken wird. Hier zeige sich, Weizen ist der Preismotor und der werde durch den Export bestimmt. Mit der Erwartung auf steigende Preise lagern derzeit noch gut 30 Prozent der deutschen Ernte bei den Landwirten.
 
In Folge des knappen Schiffsraums rechnet Weiterer für den Weizenexport, auch im Hinblick auf die kommende Ernte, aufgrund der großen Exportmengen jedoch mit logistischen Engpässen. "Damit kommen auf den Handel höhere Kosten und ein logistischer Mehraufwand zu", warnt der Agrarhändler.
 
 

Stabile Preise für neue Getreidernte

Bisher wurden im Gegensatz zur letzten Saison wenige Vorkontrakte mit den Landwirten abgeschlossen. "Wir verzeichnen von Seiten der Kunden und angesichts der derzeitigen Marktsituation mit relativ hohen Endbeständen, eine gewisse Gelassenheit. Vorerst wird sich an den Preisen nichts ändern", erläutert Weiterer die aktuelle Situation für den Handel. Für die kommende Saison rechnet der BVA-Präsident mit stabilen Getreidepreisen. 
 
Anfang März 2015 startete an der Matif in Paris der Premium-Weizenkontrakt Euronext „Milling What Nr. 3“. Für April ist an der CBoT in Chicago ebenfalls die Einführung eines neuen Weizen-Kontraktes geplant. Weiterer erinnert an die größeren Verwerfungen zwischen Börsenkurs und physischem Markt im letzten Herbst.
 
Aus Sicht des Landhandels ist daher die Einführung der neuen Handelskontrakte zu begrüßen. Der BVA-Präsident erwartet durch die Einführung der neuen Handels-Kontrakte eine größere Börsenabsicherung mit weniger Risiken für den Handel. Wie die Annahme der Kontrakte ausfallen wird, werden die nächsten Monate zeigen.
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