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GVO-Freiheit: DRV gegen branchenweite Lösungen

von , am
18.09.2014

Der Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Dr. Henning Ehlers, warnt vor einer Gefährdung des Agrarstandorts Deutschland durch eine politisch motivierte Blockade der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. © DRV
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) spricht sich entschieden gegen branchenweite Verpflichtungen aus, in denen sich nach Vorstellungen des Lebensmitteleinzelhandels alle Beteiligten in der Lebensmittelkette zur "gentechnikfreien" Fütterung verpflichten sollen. [[mehr]] "Der Grundsatz der Wahlfreiheit muss sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite gelten. Dies umfasst auch das Recht der landwirtschaftlichen Erzeuger auf freie Wahl der Produktionsmittel. Zeitgleich die Butterpreise zu senken und die Landwirtschaft zu teureren Futtermitteln zu zwingen, das passt nicht zusammen", erklärt DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers.
 

Offene Haftungsfragen dringend klären

Freiwillige Initiativen zur Verwendung "gentechnikfreier" Futtermittel in Einzelvereinbarungen unterstützt der DRV, vorausgesetzt diese sind praktikabel und im geltenden Rechtsrahmen umsetzbar. Derzeit behindern die bestehenden Kennzeichnungs-Vorschriften, insbesondere aber die kontinuierliche Zunahme des weltweiten Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen, eine "gentechnikfreie" Fütterung von Geflügel, Schweinen und Rindern“, so Ehlers. Bei Ernte, Transport, Lagerung und in der Verarbeitung können die Produktströme nicht zu 100 Prozent getrennt werden. Verschleppungen von GVO seien daher unvermeidbar.
 
"Trotz strenger Verträge wird es aber aufgrund der zunehmenden Verschleppung immer schwieriger, „Gentechnik-freie Ware zu importieren", unterstreicht Ehlers. Der DRV hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Anfang September 2014 erneut um eine rechtsverbindliche Klärung offener Rechtsfragen zu Kennzeichnung und Haftung gebeten.
 
 

Hoher organisatorischer und finanzieller Aufwand

Die „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung von Lebensmitteln ist durch umfangreiche Zertifizierungen geregelt und kann von allen Marktbeteiligten angewendet werden. Sie bedarf jedoch einer strengen Absicherung der Herkunft und Verwendung von Rohstoffen im Herstellungsprozess, die ausschließlich in spezialisierten Betrieben mit hohem organisatorischem und finanziellem Aufwand möglich ist. Die notwendige Honorierung durch den Lebensmitteleinzelhandel bzw. die Konsumenten kann nur in sehr eingeschränkten Produktsegmenten realisiert werden.
 
Bei Ausweitung der „gentechnikfreien“ Fütterung innerhalb deutscher Futter- und Lebensmittelketten muss eine höhere Vergütung sichergestellt werden, um zu erwartende Wettbewerbsnachteile auszugleichen.
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