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Hendricks vergißt Landfraß

von , am
16.10.2015

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat Mitte der Woche das Programm "Naturschutz-Offensive 2020" gestartet. Bei der Vorstellung in Berlin sprach sie von "großem Handlungsbedarf " in der Landwirtschaft. Diese einseitige Darstellung kritisiert der Bayerische Bauernverband scharf.

"Ministerin Hendricks blendet den Flächenverbrauch in Deutschland einfach aus", kritisiert Markus Peters, stellvertretender Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes. In den letzten 20 Jahren sind rund 1,2 Millionen Fußballfelder fruchtbares Land verschwunden – und damit auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. "Hendricks muss ihre Scheuklappen ablegen. Wer die massiven Auswirkungen des Flächenverbrauchs auf den Naturschutz und die Biodiversität nicht erkennt und stattdessen einfach die Bauern an den Pranger stellt, verkennt die Realität auf unseren Feldern und Fluren", sagt Peters.
 
Über Agrarumweltprogramme leisten die 110.000 bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern auf jedem dritten Hektar freiwillig zusätzliche Umwelt- und Naturschutz. Daneben stellen die Landwirte innerhalb der neuen EU-Agrarpolitik zusätzlich ökologische Vorrangflächen für noch mehr Biodiversität bereit. Auf diesen Flächen werden zum Beispiel Zwischenfrüchte angebaut, Blühpflanzen eingesät oder Brachen angelegt. Bundesweit sind so im Jahr 2015 über zwei Millionen Fußballfelder zusätzlicher Lebensraum für Wildtiere, Insekten und Pflanzen entstanden.
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