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dlz-Aktuell

Hogan soll für faire Milchpreise sorgen

© EU-Kommission
von , am
02.10.2014

Jean-Claude Juncker und Phil Hogan (re.) © EU-Kommission
Die Forderungen und Erwartungen an Phil Hogan, den designierten europäischen Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, in der Milchpolitik sind hoch.
Hogan stellt sich heute dem EU-Parlament. [[mehr]] Daher fordert ihn eine Koalition von Nichtregierungsorganisationen auf, sich für eine zukunftsfähige bäuerliche Landwirtschaft einzusetzen.
 
Die Kommission müsse aufhören, wie bisher überwiegend die Agrarindustrie zu unterstützen, so die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM), das European Milk Board (EMB), die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sowie das Entwicklungshilfswerk MISEREOR. "Die 'Wachsen oder Weichen-Strategie' führt in eine Sackgasse. Bürger und Bauern in der EU wollen am Standort angepasste Bauernhöfe und keine Milchfabriken", sagt Bernd Voß, AbL-Bundesvorsitzender. "Die Milchmengenbegrenzung soll nächstes Jahr ersatzlos auslaufen. Doch schon jetzt stehen alle Vorzeichen auf noch höhere Milchüberschüsse. Das Überschreiten der Milchquote in Deutschland weist erst jüngst Rekordhöhen auf, die der Nachfrage am Markt nicht gerecht werden."
 
 

Exporte bringen keine Sicherheiten

"Auch unabhängig von Subventionen drücken die starke Exportorientierung und die unangemessene Mengenausweitung den Preis für die Produzenten innerhalb der EU und schwächen die Milchwirtschaft in Entwicklungsländern", kritisiert der Vorsitzende von EMB und BDM, Romuald Schaber. Er sieht in der Weltmarktorientierung keinerlei Sicherheit für die EU-Landwirtschaft.
 
"Eine der größten Herausforderungen für Hogan wird es sein, eine Milchpolitik zu formulieren, die der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Erzeugern in der EU, aber auch gegenüber den Entwicklungsländern gerecht wird", fasst Kerstin Lanje, Landwirtschaftsexpertin von MISEREOR, zusammen.
 
AbL, BDM, EMB, Germanwatch und MISEREOR erwarten von Hogan daher Konzepte, wie Produktion und Preise in der EU auf ein angemessenes Niveau gebracht werden können. Ein Niveau, das eine Milcherzeugung sichert, den Landwirten eine faire Entlohnung bietet sowie ökologisch und entwicklungspolitisch verträglich ist.
 
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