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Hogan überzeugt EU-Parlamentarier

von , am
06.10.2014

Der designierte EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat die Agrarpolitiker im Europäischen Parlament von seiner Qualifikation für das Amt überzeugen können. Nach der Anhörung am vergangenen Donnerstag gab der Agrarausschuss des Straßburger Plenums grünes Licht für den irischen Kommissionskandidaten.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan © Europäische Kommission
Mit der Empfehlung des zuständigen Fachausschusses im Rücken gilt Hogan für den Posten des künftigen Agrarkommissars als gesetzt. Allenfalls der Zeitpunkt der Amtsübergabe könnte noch wackeln, falls sich die Einsetzung der Juncker-Kommission wegen der fünf in ihren Anhörungen gescheiterten Kandidaten über den 1. November hinaus verzögert.
 
In der gemeinsamen Agrarpolitik ist von Hogan aller Voraussicht nach eine Fortsetzung des markt- und wettbewerbsorientierten Kurses der vergangenen zwei Jahrzehnte zu erwarten. Der Ire machte vor dem EP-Agrarausschuss deutlich, dass er die bereits beschlossene Abschaffung der Milch- und Zuckerquoten als Chance für Landwirte sieht. Zugleich versicherte der Konservative, die Agrarmärkte notfalls mit Hilfe der vorhandenen Stützmaßnahmen zu stabilisieren.
 
Erwartungsgemäß plädierte Hogan für eine Überprüfung der Agrarreform und des Greening mit dem Ziel einer Vereinfachung. Allerdings sei das keine einfache Aufgabe, dämpfte der Ire die Hoffnungen. Man kann nach seinen Äußerungen aber wohl erwarten, dass er nach ein bis zwei Jahren Beobachtungszeit eigene Vorschläge für eine Entbürokratisierung der gemeinsamen Agrarpolitik entwickelt haben wird. Als "alter Hase" im Politikbetrieb versäumte Hogan nicht zu betonen, die Zusammenarbeit zwischen der Kommission und dem Parlament verbessern zu wollen.  EU-Agrarpolitiker der konservativen, sozialen und liberalen Parteien dankten es dem Iren mit ihrer Zustimmung zu seiner Ernennung und breitem Lob für seinen fachlich fundierten Auftritt vor dem Anhörungsgremium.
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