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ISN lehnt Subventionierung ab

von , am
24.02.2015

Obwohl EU-Agrarminister Phil Hogan lange eine derartige Marktstützung abgelehnt hat, kommt nun doch grünes Licht aus Brüssel, eine private Lagerhaltung (PLH) zu fördern. Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) lehnt dies ab.

EU-Agrarminister Phil Hogan sagt, er habe den Markt beobachtet und sei zu dem Schluss gekommen, "dass der Sektor Unterstützung braucht." Der Markt selbst spricht derzeit eine andere Sprache: Nachdem die Schweinhalter in den zurückliegenden Monaten tiefrote Zahlen geschrieben haben und die Lage für Ferkelerzeuger wie Schweinemäster teilweise wirklich existenzbedrohend war, scheint der Abwärtstrend offenbar gebrochen. Der Inlandsabsatz und der Absatz im EU-Binnenmarkt laufen wieder weitgehend stabil. Es sei völlig unverständlich, warum Hogan dem Druck unter anderem aus Dänemark nachgebe und gerade jetzt die Kühlhausbetreiber mit staatlichen Subventionen zur Einlagerung von Schweinefleisch bewegen will.
 
Die ISN vertritt die Meinung, dass eine PLH weder eine nachhaltige Stabilisierung der Preise, geschweigedenn einen Preisaufschwung bringt "Marktstützungeingriffe lehnen wir eindeutig ab. Wir wollen keine staatlich subventionierte Private Lagerhaltung oder ähnliches, denn das hilft nur den Kühlhausbetreibern und nicht den Schweinehaltern", sagte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.
 

Probleme werden verschleiert

Mit der subventionierten Einlagerung von Schweinefleisch werden die Probleme auf den Märkten nur verschoben. Der Markt lässt sich damit nicht nachhaltig entlasten, denn die Läger müssen auch wieder geräumt werden. Die Fleischmengen drücken einfach nur später auf den Markt. Zudem geht eine Beihilfe möglicherweise in die Kalkulation des Verkaufspreises ein. Die Erzeugerpreise erholen sich erfahrungsgemäß so nur sehr schwer.
 
Statt einer Subventionierung der Schweinefleischpreise fordert die ISN die Politik zu deutlich mehr Anstrengungen auf, um florierende Märkte wie in Japan besser zu erschließen und weitere Exportmärkte durch den Abschluss von Veterinärabkommen zu öffnen. Doch da hapere es an der Umsetzung und vielleicht auch am politischen Willen. In Deutschland sei auf jeden Fall noch Luft nach oben. Die Schweinehalter wollen keine Verschwendung von Steuergeldern für die Einlagerung von Schweinefleisch. Sie brauchen Märkte für den Absatz, so die ISN.
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