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Keine Milchschwemme

von , am
16.04.2015

Die seit 1. April ausgelaufene EU-Milchquotenregelung hatte keinen Einfluss auf die Milchproduktion in Europa.

Dies zumindest belegen die ersten Zahlen der statistischen Ämter und Nachfragen bei Molkereien. "Niemand hat eine Milchschwemme erwartet und diese ist nun auch nicht eingetreten", bestätigt Eckhard Heuser vom Milchindustrie-Verband in Berlin.
 
In vielen EU-Ländern spielte die Milchquotenregelung bereits in der Vergangenheit keine Rolle mehr. Die sogenannten Unterlieferungen erlaubten vielen Landwirten in den Nachbarstaaten eine Produktion, die sich nach Angebot und Nachfrage orientierte. Dies ist nun auch in Deutschland der Fall. Unsicherheit herrscht über die mittel- bis langfristige Entwicklung. Das australische Meteorologieamt sprach diese Woche eine El Niño ENSO-Warnung (El Niño–Southern Oscillation) aus, die drastische Auswirkung auf die Milchanlieferung in Ozeanien haben würde.
 
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Ab Herbst mehr Milchgeld

Somit bestätigen sich auch die Aussagen aller Wissenschaftler vor dem Quotenende: Natürliche Bestimmungsgrößen werden die Milchanlieferung definieren und auch bremsen. Das gilt weltweit und damit auch in der EU. Die EU-Lagerbestände sind derzeit niedrig, die öffentliche Intervention musste nicht in Anspruch genommen werden. Im Exportgeschäft fördert zudem der exportfreundliche Euro-Dollar-Wechselkurs die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Molkereien. Insofern ist die Milchindustrie zuversichtlich, dass die Milchpreise im 3. Quartal ansteigen werden.
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