Login
dlz-Aktuell

Kurzfristig mehr Milch denkbar

von , am
31.03.2015

Nach dem Quotenende spricht zumindest kurzfristig vieles für eine Steigerung der Milchanlieferungen.[[mehr]]
 
Das machte Ludwig Huber, LFL Bayern, auf dem Symposium "Ära Milchquotenregelung geht zu Ende" deutlich. So rechnet Huber in den kommenden drei Quartalen 2015 in der EU mit einer Milchanlieferung, die rund 2,5 Prozent über Vorjahr liegen könnte, falls die EU-Prognose mit einem Plus von 1,2 Prozent mehr Milch im Jahresschnitt 2015 zutrifft. "Nachdem in den ersten drei Monaten 2015 die EU-Milchbauern rund drei Prozent weniger geliefert haben, fällt das Plus in den restlichen Monaten somit umso höher aus", so die Einschätzung des LfL-Milchmarktexperten.  
 

Kleinere Betriebe lösen Bremse schneller

Für Deutschland geht Huber sogar von einer größeren Steigerung der Milchanlieferung aus. Sie könnte 2015 gar rund zwei Prozent über Vorjahr und im kommenden Jahr gar 2,5 Prozent über Vorjahr liegen. In Bayern könnte der Anstieg der Milchanlieferungen gar noch höher ausfallen, weil vor allem kleinere Betriebe ihre Bremse wie Milchverfütterung an Kälber schneller lösen dürften.
Laut FAO soll die Weltmilcherzeugung 2015 und 2016 jeweils um zwei Prozent wachsen. Allerdings entspräche dies auch der voraussichtlichen Zunahme der weltweiten Nachfrage. 

EU-weite Mengenregulierung kaum spürbar

Der LfL-Experte machte deutlich, dass bei einer Weltmilcherzeugung von 800 Mio. t derzeit immer wieder diskutierte EU-weite Mengenregulierungsmaßnahmen kaum zur Marktentlastung und damit besseren Preise führen werden. "Wenn die EU vielleicht zwei bis drei weniger Milch erzeuge, falle dies weltweit kaum ins Gewicht", argumentiert Huber. Jedoch hält er es für richtig, wenn Brüssel das derzeit niedrige Interventionsniveau von rund 22 Cent/kg auf um die 25 Cent/kg erhöhen würde. "Selbst das höhere Interventionsniveau hätte auch dann noch eine mengenregulierende Funktion," ist sich Huber sicher.     
Auch interessant