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Landwirte greenen auf 1,2 Mio. Hektar

von , am
20.08.2015

Die deutschen Bauern setzen die Greening-Beschlüsse aus der Reform der EU-Agrarpolitik des vergangenen Jahres erfolgreich um.

Dies belegt die Auswertung über die von den Landwirten 2015 erstmals ergriffenen Greening-Maßnahmen, die der Deutsche Bauernverband (DBV) auf der Grundlage von Angaben seiner Landesverbände vorgenommen hat und die rund 90 Prozent der Ackerfläche Deutschlands erfasst.
 
Angefangen mit der Brache über den Anbau von Zwischenfrüchten und von Leguminosen bis hin zu Landschaftselementen, Puffer- und Blühstreifen nutzen Landwirte sämtliche Varianten des Greenings. Insgesamt haben sie auf rund 1,23 Mio. Hektar Ackerfläche Ökologische Vorrangflächen angelegt. Gewichtet nach den Anrechnungsfaktoren, die die ökologische Wertigkeit wiedergeben sollen, entspricht dies rund 590.000 Hektar. Dieser gewichtete Flächenwert teilt sich auf in 174.000 Hektar Brache, 265.000 Hektar Zwischenfrüchte und Grasuntersaaten sowie 95.000 Hektar Leguminosen bzw. stickstoffbindende Pflanzen. Rund 33.000 Hektar Ökologische Vorrangflächen wurden mit Landschaftselementen erfüllt.
 
 

15.000 km Blühstreifen

Mehr als 22.000 Hektar Ackerfläche haben die Landwirte als Gewässer-, Blüh-, Feld- und Waldrandstreifen angelegt. Das entspricht einer Gesamtlänge von rund 15.000 Kilometern Randstreifen bei einer angenommenen Durchschnittsbreite von 10 Metern. Schon im ersten Greening-Jahr ist der Anbau von Leguminosen gegenüber den Vorjahren nahezu verdoppelt worden. "Hiermit wird ein wichtiger Beitrag zur Eiweißstrategie und zur Erhöhung der Agro-Biodiversität auf unseren Feldern geleistet", stellt DBV-Präsident Rukwied fest. Der Bauernpräsident sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass mit einem produktionsintegrierten Ansatz die Ziele des Greenings bei der Biodiversität, beim Gewässer- und Bodenschutz sowie bei der Verbesserung der Versorgung mit Eiweißfuttermitteln gut erreicht werden können.
 
 

Bürokratie blockiert Randstreifen

Bei der DBV-Auswertung der Daten ist zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt der Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2014 wesentliche Details des Greenings noch nicht rechtlich verbindlich geregelt waren. Daher ist davon auszugehen, dass es zukünftig noch Verschiebungen zwischen den Ökologischen Vorrangflächen geben wird. Kritisch sieht der DBV die Kontrollbürokratie und die Sanktionsrisiken in den Ländern. Diese hätten für die Betriebe verhindert, dass aus Sicht des Natur- und Gewässerschutzes sinnvolle Anlage von Puffer-, Feld- und Waldrandstreifen nicht in dem Maße zur Umsetzung des Greening genutzt wurde, wie es der Landwirtschaft möglich gewesen wäre. 
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