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Persönlichkeit

Ein Dorf ohne Autos

von , am
23.04.2015

Obwohl die Ukraine die besten Böden Europas hat, ist sie ein Land der Kleinbauern. Die meisten betreiben ihre Höfe noch als Selbstversorger, wie im Dorf Chraben an der weißrussischen Grenze. Unsere Reisereporterin Petra berichtet aus einem Land voller Krisen und Gefahren.

  © Im Dorf Chraben hat jede Familie ihr Arbeitspferd: Vadim auf dem Weg zur Heuernte. Foto: P. Jacob
„Komm mit in mein Bauerndorf“, lädt mich Viktoria ein. „Wir wohnen in einem Ort ohne Autos.“ Dabei hatte ich die herzliche junge Frau im Nordwesten der Ukraine eben erst kennen gelernt. Wir starten in der Stadt Riwne, die Hauptstadt der gleichnamigen Verwaltungseinheit. Je weiter wir uns von der Stadt entfernen, desto einsamer wird es. Wir rumpeln durch ein Land der Dörfer, Felder und Wiesen. In den Orten nisten Störche auf den Dächern. Frauen in bunten Schürzen harken Gemüsebeete, Opas hüten Kühe, junge Familien radeln mit Rechen unter dem Arm auf die Felder. Es ist Heuerntezeit und die Menschen beladen Pferdegespanne. Nur ganz selten sieht man einen kleinen Traktor. Irgendwann besteht die Straße nur noch aus Pflastersteinen und wir fahren im Schritttempo. Es ist gegen Mitternacht, als wir in einem dunklen Nadelwald aussteigen. Über Felder, und durchs Steppengras marschiert Viktoria voran, in ein Dorf aus geduckten Holzhäusern mit himmelblauen Fensterläden.
Unsere Reisereporterin Petra Jacob besucht Junglandwirte in einem krisengeschüttelten Land und erlebt Armut und Perspektivlosigkeit, aber auch viel Hoffnung und Kampfgeist. jd
Der vollständige Beitrag ist in der dlz next 2015 erschienen.
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