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dlz 07/15: Rausholen, was drinsteckt

von , am
23.06.2015

Landwirt Thomas Karle aus Hohenlohe hat neue Wege gefunden um dass nährstoffhaltige Gärsubstrat seiner Biogasanlage zu vermarkten. Gemüseanbauer und Vorstadtgärtner lieben diesen Substratturbo — in Form von Pellets hat der auch die richtige Verkaufsform.

Sonne und Abwärme trocknen den Gärrest. Landwirt Thomas Karle presst ihn in Pellets und vermarktet den Naturdünger. © Foto: Stefan Zimmer
Lichtdurchflutet gleicht die Trocknungshalle einem Gewächshaus. Dünne PE-Folie umspannt die torbogenförmigen Aluträger. Thomas Karle ist Landwirt und erzeugt Bioenergie. Mit seiner Biogas-Anlage versorgt er das kleine Dorf und eine Getreidetrocknung mit Wärme, ist Teil eines Forschungsprojekts und trocknet Gärrest zu handelsfähigem Dünger. Den verkauft er in Pellets gepresst und abgefüllt in 5-kg-Eimer in Heim- und Gartenmärkten.
Bis er Düngerhersteller wurde und sowohl mit „Nadu-Naturdünger“ den passenden Namen als auch die gefragte Verpackungsgröße hatte, musste Karle viel experimentieren. Während er seine Vermarktung Schritt für Schritt ausbaute, wurde ihm bewusst: „Ich bin nicht der Verkäufertyp. Ich bin Produzent.“ Nach dieser Einsicht lagerte er die Vermarktung an externe Verkäufer aus. Sie arbeiten provisionsorientiert und der Naturdünger mit dem Namen Nadu ist begehrt.

Neue Wege durch Forschung

Die Heizung in den Häusern läuft und Karle hat neue Ziele. Wie die aussehen, kann man erahnen, wenn man den Anbau an die Trocknungshalle betritt: Kanister mit Säuren, Schläuche, Pumpen und Schaltschränke drängen sich auf provisorisch eingerichteten Alurahmen und Fahrgestellen. Karle ist mit seinem Betrieb ein Teil des Forschungsprojekts „BioEcoSim“. Das Frauenhofer-Institut, die Universität Hohenheim und weitere Forschergruppen in Europa entwickeln neben Karles Trockenhalle eine Versuchsanlage. Sie versuchen, aus dem flüssigen Anteil des separierten Gärrests durch Filtern und Fällen Phosphat rauszubekommen. Nach Angaben der Projektbetreiber ist es theoretisch möglich, den gesamten Phosphorbedarf in Deutschland aus der Gülle zu erzeugen. tg
 
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Juli 2015 erschienen.
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