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dlz 09/15: Kopfkino

von , am
24.08.2015

David Engel filmt seinen Alltag unter anderem mit einer Kopfkamera und lädt die Videos auf einem internetportal hoch. So bekommen Verbraucher eine reale Vorstellung von seinem Leben als Landwirt.

Damit das Anschauen des Videos nicht zu anstrengend wird, lässt sich David Engel zusätzlich mit einer Spiegelreflexkamera filmen. © Foto: Kiermeir
David Engel steht im Kälberstall in der dritten Box von rechts und führt Selbstgespräche. „So, damit kriegt Pebbels die Zugangsberechtigung zum Futterautomaten in der Gruppenbox“, sagt er und legt dem zwanzig Tage alten, schwarz-weißen Kalb das Transponderband mit der Nummer drei an. Dann greift er sich an die Stirn und schaltet die Kopfkamera aus, die dort ein Gummiband an Ort und Stelle hält. Sie ist sozusagen sein drittes Auge. Damit schaut er allerdings nicht in die Zukunft, sondern in die Realität. Der 27-jährige Landwirt aus Hetzerath in Rheinland-Pfalz filmt seinen Alltag im Milchviehbetrieb und teilt die Eindrücke über seinen Kanal agriKULTUR auf dem Videoportal YouTube mit der ganzen Welt. Er führt demnach auch keine Selbstgespräche, sondern erklärt den Zuschauern seine Arbeit.

Schnell und leicht verständlich

„Früher gab es in jeder Familie einen Bauern, bei dem man sich ansehen konnte, wie Landwirtschaft funktioniert. Heute ist das nicht mehr so. Daher liegt es an uns, die Leute einzuladen und an unserem Alltag teilzuhaben“, findet der Junglandwirt. Also rief er im Juni 2015 den YouTube-Kanal ins Leben. Mit den Videos trifft David Engel den Nerv der Zeit. Gerade junge Menschen nutzen YouTube immer mehr als Fernseh-Ersatz. Gleichzeitig muss alles schnell gehen und leicht verständlich sein; viele nehmen sich nicht mehr die Zeit, Blogs oder ähnliches zu lesen. Somit ist agriKULTUR eine tolle Chance, Verbraucher dazu zu bewegen, sich in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit mit einem kurzen, verständlichen Video mit sympathischem Hauptdarsteller über die Landwirtschaft zu informieren. dg
Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin September 2015 erschienen.
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