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Lösungen in der Krise gesucht

von , am
02.09.2015

Agrarminister Schmidt hat sich mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen getroffen. Gemeinsam berieten sie über mögliche Hilfen für notleidende Bauern in Europa.

© Thomas Lother
Die Hilfen für Landwirte die bei dem Treffen in Berlin diskutiert wurden, werden Themen auf der Sondersitzung des EU-Agrarrates am Montag, 7. September sein.
 
Christian Schmidt bestätigte, dass, neben der "diffusen Ertragssituation" in Europa die niedrigen Erzeugerpreise ausschlaggebend für Liquiditätsprobleme vieler Betriebe seien.
In Preisverhandlungen seien die Erzeuger noch nicht noch nicht mit anderen Akteuren der Wertschöpfungskette auf Augenhöhe, sagte Schmidt. Der Minister appellierte vor allem an die für die Preisbildung wichtigen Discounter: Die Preise in den Geschäften seien hoch genug, so dass es keine Notwendigkeit gebe, "mit den Einkaufspreisen weiter runter zu gehen". Schmidt hält es für möglich, den Markt "im Sinne der Erzeuger maßvoll zu beeinflussen", Interventionen sollten aber so gering wie möglich bleiben: "Zurück zu einer staatlich regulierten Produktionsregelung wollen wir nicht", sagte er.

Einmalzahlungen denkbar

"Wir wollen Ergebnisse", sagte Schmidt auch im Hinblick auf die EU-Sitzung am kommenden Montag in Brüssel. Für eine "kurzfristige Erholung der Märkte" schloss er Einmalzahlungen an die Erzeugerbetriebe nicht aus: "Wir gehen von einer befristeten Krise aus, deswegen reden wir auch von kurzfristigen Maßnahmen." Mittelfristig müssten aber vielmehr Planungssicherheit für die Landwirte geschaffen und der Absatz in Drittländern gefördert werden. Für Polen, Frankreich und Deutschland sei der Export von Agrarprodukten gleichermaßen wichtig.
 
Frankreichs Agrarminister Le Foll ergänzte, das russische Lebensmittelembargo und der schwächelnde asiatische Markt machten den Bauern zurzeit besonders zu schaffen. Der Weg aus der Krise führe aus Frankreichs Sicht über eine gemeinsame Lösung der EU-Partner.
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