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Situationsbericht

Ergebnisse um 8 Prozent gesunken

Auf der anderen Seite des Zaunes schmeckt das Gras meistens besser ... © agrarfoto.com
von , am
13.12.2016

Die Unternehmensergebnisse der deutschen Haupterwerbsbetriebe fielen laut DBV Situationsbericht noch einmal. Für das laufende Jahr rechnet der DBV aber mit einer Erholung.

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Die Unternehmensergebnisse der deutschen Haupterwerbsbetriebe fielen im Wirtschaftsjahr 2015/2016 laut DBV Situationsbericht im Durchschnitt um 8 Prozent auf 39.700 Euro gegenüber dem Vorjahr mit 43.300 Euro. Fast alle Betriebsformen und Regionen sind von dieser Abwärtsentwicklung betroffen.

Marktentwicklungen in vielen wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen lassen erkennen, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten sein könnte. Gegenüber der sehr niedrigen Ausgangsbasis im Wirtschaftsjahr 2015/16 wird für das laufende Wirtschaftsjahr 2016/17 wieder mit einer gewissen Erholung der Unternehmensergebnisse gerechnet. Diese Erholung dürfte in den Milchvieh- und Veredlungsbetrieben etwas stärker ausfallen als in den Ackerbaubetrieben. Die Hoffnungen liegen hier wie auch in anderen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen auf wieder stabileren internationalen Agrarmärkten in der ersten Jahreshälfte 2017.

Deutlicher Rückgang bei Milchviehhaltern

Bei den Milchviehhaltern waren die Ergebnisse mit 34.800 Euro nicht einmal halb so hoch wie zwei Jahre zuvor. Hauptursache für die Ergebnisverschlechterung waren die stark gefallenen Milchpreise. Der Wegfall von Aufwendungen für Milchquoten (Quotenpacht, Abschreibung von Lieferrechten, Abgabe wegen Quotenüberlieferung) bewirkte, dass das Unternehmensergebnis gegenüber 2014/15 nur um 5 Prozent zurückgegangen ist. Ohne diesen quotenbedingten Effekt würde das Minus bei den Unternehmensergebnissen der auf Milchviehhaltung spezialisierten Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 25 Prozent liegen.

Ackerbauer mit 13 Prozent kleinerem Ergebnis

Bei den Ackerbauern führten vor allem niedrigere Hektarerträge zu einem um 13 Prozent geringeren Ergebnis von jetzt 55.700 Euro. Bei Getreide fielen die Erzeugerpreise schwächer aus. Bei Raps dagegen fielen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich zwar höher aus. Das Mengenminus konnte dadurch aber nicht wettgemacht werden. Anders bei Kartoffeln, wo eine kleinere Ernte durch höhere Erzeugerpreise weit mehr als ausgeglichen werden konnte.

Ferkelerzeuger stärker betroffen als Mäster

Auch für Veredelungsbetriebe verschlechterte sich das durchschnittliche Ergebnis mit 40.000 Euro um 13 Prozent. Bei den Ferkelerzeugern war dabei der Rückgang stärker als bei den Mästern. Hauptgrund für die negative wirtschaftliche Entwicklung ist der starke Rückgang der Erzeugerpreise bei Schlachtschweinen und insbesondere bei Ferkeln. Entlastungen gab es durch Einsparungen vor allem bei Viehzukäufen, Futtermitteln sowie Energie, Wasser und Treibstoffen. Die auf Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetriebe dagegen konnten ihr relativ gutes Vorjahresergebnis in etwa halten. 
 

Rinderhalter machen 7 Prozent wenig Ergebnis

Rindermäster und Mutterkuhhalter  machten ein Minus von 7 Prozent, damit lag das durchschnittliche Ergebnis dieser Betriebe bei 29.400 Euro. Trotz etwas höherer Erträge aus der Rindermast prägten die erheblich niedrigeren Milchpreise die wirtschaftliche Entwicklung auch dieser Betriebe. Geringere Aufwendungen konnten den starken Ertragsrückgang etwas abfedern.     

Ökobetriebe legen zu

Anders als in den konventionell wirtschaftenden Betrieben war die Ertragsentwicklung auf Grund stabiler Preise für Ökoprodukte bei fast allen pflanzlichen und tierischen Produkten positiv. Die Aufwendungen veränderten sich gegenüber dem Vorjahr kaum. Das Unternehmensergebnis stieg im Wirtschaftsjahr 2015/16 um rund ein Viertel auf 87.200 Euro (nicht hochgerechnet). Die Öko-Betriebe weisen im Wirtschaftsjahr 2015/16 Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen einschließlich Prämien für den ökologischen Landbau von durchschnittlich 26.000 Euro aus. Vor allem durch höhere Ökolandbauprämien liegt dieser Betrag um 7.200 Euro über dem entsprechenden Vorjahresstand. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe betragen die Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen 3.300 Euro.

„Bruttomonatseinkommen“ von etwa 2.300 Euro

Das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft beträgt im Wirtschaftsjahr 2015/16 im Durchschnitt der Betriebe 27.500 Euro. Die Landwirte haben damit ein „Bruttomonatseinkommen“ von etwa 2.300 Euro erzielt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Unternehmensergebnisses für die Finanzierung von Existenz sichernden Neuinvestitionen aufzuwenden ist. Auch die Zahlungen für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung müssen aus dem Unternehmensergebnis getragen werden. Diese betrugen im Durchschnitt der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2015/16 7.100 Euro oder 595 Euro pro Monat.

Den ganzen Situationsbericht finden Sie auf der Homepage des Bauernverbandes.

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