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Tierwohl

Staatliches Label: Initiative Tierwohl verlangt Konkretes

© Mühlhausen/landpixel
von , am
11.01.2017

Die wirtschaftsgetragene Initiative Tierwohl steht der Ankündigung des Bundesministeriums, ein staatliches Tierwohllabel einführen zu wollen, offen gegenüber.

Seit 2017 kontrolliert die Initiative Tierwohl Schweinehalter auch ohne Voranmeldung, zusätzlich zur normalen Kontrolle. © Initiative Tierwohl

Laut Initiative Tierwohl ist mehr Tierwohl in der Breite machbar. Die Initiative unterstütze alle Anstrengungen, die dazu beitragen, höheres Tierwohl für noch mehr Tiere zu verwirklichen. So sei die Initiative Tierwohl gerne bereit, ihr Know-how in die Ausarbeitung des staatlichen Labels einzubringen.

Wo die Initiative Tierwohl sich für das staatliche Label ausspricht, gibt es auch Stimmen dagegen. DRV-Präsident Manfred Nüssel etwa sieht ein weiteres Label kritisch.

Einbindung der Initiative Tierwohl wichtig

Die an der Entwicklung und Umsetzung der Initiative Tierwohl beteiligten Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel halten folgende Punkte für wichtig, wenn mit dem staatlichen Tierwohllabel eine dauerhafte und praxisfeste Lösung erzielt werden soll:

  • Abgestimmter Prozess: Breite Veränderungen sollten intensiv vorbereitet und nicht vorschnell eingeführt werden. Die Umsetzung eines staatlichen Labels für mehr Tierwohl muss in einem geordneten Prozess erfolgen, in dem die Ziele, die Kriterien, die Organisation, die Überprüfung, die Finanzierung, die Kommunikation und der Zeitplan mit allen beteiligten Wirtschaftskreisen abgestimmt werden.
  • Breiter Konsens: Ein breitenwirksamer Ansatz muss auf dem Konsens aller Branchenbeteiligten beruhen und sollte keinen Marktteilnehmer benachteiligen.
  • Einbindung der Initiative Tierwohl: Die Partner des Branchenbündnisses erwarten die Einbeziehung der Initiative Tierwohl bei der Entwicklung des staatlichen Tierwohllabels. Das Label sollte die Initiative sinnvoll ergänzen.
  • Verbindliche Freiwilligkeit: Ein staatliches Tierwohllabel sollte auf die freiwillige Teilnahme der Tierhalter und die Verbindlichkeit auf allen Vertriebsstufen setzen und neben Schweinen von Beginn an auch Geflügel berücksichtigen.

Entsprechend dieser Ansätze erwarten die Bündnispartner der Initiative Tierwohl weitere Konkretisierungen des Bundesministeriums zum staatlichen Tierwohllabel – etwa zu Zielen, dem Zeitplan und zu geplanten Schnittstellen zur Initiative Tierwohl.

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