Login
Ernteschätzung

Deutsche Maisernte wird nur noch knapp über Vorjahr liegen

von , am
18.05.2017

Nachdem sich gestern die Schätzungen der Anbauflächen konkretisiert haben, hat der Deutsche Raiffeisenverband seine Ernteprognose vor allem beim Körnermais angepasst.

Da die Landwirte deutlich weniger Körnermais gesät haben, wird die deutsche Maisernte kaum über Vorjahr liegen. Dagegen ist mit einer höheren Weizenernte zu rechnen. © landpixel

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in seiner Ernteschätzung für Mai weiterhin von einer unterdurchschnittlichen Getreideernte in Deutschland von gut 45,4 Mio. t aus, 0,3 Mio. t weniger als noch im April. Diese Prognose liegt geringfügig über dem enttäuschenden Vorjahresergebnis von 45,2  Mio. t.

Grund für die deutlich niedriger angesetzte Schätzung als im April sind die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zu den Getreideanbauflächen. Sie liegen nicht wie bisher angenommen auf Vorjahresniveau, sondern gut ein Prozent darunter. Insbesondere bei Mais hat der DRV seine Erwartungen aufgrund der deutlich eingeschränkten Flächen nach unten angepasst.

Insgesamt befinden sich die Kulturen in einem guten bis befriedigendem Zustand. Die Niederschläge in den vergangenen Wochen haben vielerorts für Entspannung gesorgt, allerdings ist es in zahlreichen Regionen weiterhin zu trocken. Die Bestände sind auch in den kommenden Wochen auf ausreichenden Regen angewiesen. Die kühle Witterung mit erheblichen Nachtfrösten hat den vor Ostern feststellbaren Vegetationsvorsprung von teilweise mehr als zehn Tagen bundesweit aufgezehrt.

Wintergerstenernte wird niedriger als 2016 sein

Bei einer nahezu unveränderten Anbaufläche erwartet der DRV derzeit eine Weizenernte von rund 25 Mio. t. Das Vorjahresergebnis wird um 1,6 Prozent überschritten.

Bei Wintergerste geht der Verband bei annähernd gleichen Durchschnittserträgen wie im Vormonat, aber einer niedrigeren Anbaufläche als im Vorjahr von 8,7 Mio. t Erntemenge aus. 8,7 Mio. t aus. Das sind knapp 0,3 Mio. t weniger als noch vor vier Wochen und fast 4 Prozent weniger Wintergerste als im 2016.

Beim Roggen erwartet der DRV auf einer Anbaufläche von 538.000 ha weiterhin ein Ergebnis von knapp drei Mio. t.

Bei Sommergerste wurde die Flächenprognose des DRV von ca. 350.000 ha durch das Statische Bundesamt bestätigt. Die Erntemenge wird unverändert bei 1,9 Mio. t gesehen.

Deutsche Maisernte fällt deutlich ab

Die Anbaufläche von Körnermais bleibt gemäß Statistischem Bundesamt hinter den bisherigen Erwartungen zurück. Danach sollen nur gut 390.000 ha mit dieser Frucht bestellt werden. Dies entspricht einem Rückgang um 5,7 Prozent zum Vorjahr. Die kalte sowie im Süd-Osten Deutschlands teilweise zu nasse Witterung haben die Bestellarbeiten immer wieder unterbrochen, teilweise können sie erst in diesen Tagen abgeschlossen werden.

Der DRV geht wegen der geringeren Anbaufläche von einer Maisernte von gut 3,7 Mio. t aus. Das sind 0,7 Mio. t weniger als im April geschätzt. Damit würde das enttäuschende Vorjahresergebnis nur noch leicht um 2,3 Prozent übertroffen.

Auch interessant