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Erntebericht

Schwierige Getreideernte

von , am
02.08.2017

Da die Getreideernte immer wieder durch Regenfälle unterbrochen wird, bangen die Bauern um die Qualitäten.

Zum Verzweifeln: Regenfälle stoppen immer wieder die Getreideernte. Nur Wintergerste ist komplett vom Feld. © Mühlhausen/landpixel

Die Getreide- und Rapsernte verlief in den vergangenen Tagen und Wochen nur schleppend. Zwar sind in den meisten Regionen Deutschlands die im Anbau bedeutenden Winterweizen- und Winterrapsflächen erntereif, jedoch zwingen die wiederkehrenden Niederschläge immer wieder zu Ernteunterbrechungen.

Einzig die Ernte der Wintergerste konnte abgesehen von wenigen Restflächen bis dato abgeschlossen werden, so der 2. Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV)
 

Weniger Wintergerste als im Vorjahr

Auf Grundlage der Ertragsmeldungen der Landesbauernverbände geht der Deutsche Bauernverband von einem deutschlandweiten Durchschnittsertrag von knapp 7,2 Tonnen pro Hektar aus. Regional wie einzelbetrieblich streuen die erzielten Erträge jedoch erheblich. Der durchschnittliche Wintergestenertrag liegt somit geringfügig über dem Vorjahresertrag von rund 7,1 Tonnen pro Hektar und entspricht dem Durchschnittsertrag der zurückliegenden fünf Jahre. Die diesjährige Wintergerstenernte beläuft auf 8,8 Millionen Tonnen. Damit wird das Vorjahresergebnis von 9 Millionen Tonnen lediglich um 2 Prozent verfehlt. Der fünfjährige Durchschnitt von 8,7 Millionen Tonnen kann jedoch geringfügig übertroffen werden.


 

Weizen- und Roggenqualitäten leiden

Da die unbeständige Witterung die Mähdrescher immer wieder zum Stillstand zwingt, ist die Ernte des Winterweizens abgesehen von Regionen entlang des Rheins nicht sehr weit vorangeschritten. Dies trifft insbesondere auf Bundesländer mit großen Weizenanbauflächen zu, so Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Insofern sind derzeit noch keine fundierten Aussagen über die Winterweizenernte möglich. Da die erntereifen Winterweizenbestände immer wieder Niederschlägen ausgesetzt sind, sind viele Landwirte in Sorge um Ertrags- und Qualitätsverluste. So ist zu befürchten, dass die Fallzahlen aufgrund des zunehmenden Auswuchses absinken.

Vergleichbar dem Winterweizen leidet die Qualität der erntereifen Roggenbestände unter den aktuellen Ernteverzögerungen.

Schwache Rapserträge

Auch bei Raps haben widrige Erntebedingungen einen bisher nur mäßigen Erntefortschritt zugelassen, sodass verlässliche Aussagen über Hektarerträge und Erntemengen bisher nicht möglich sind. Die bisher gemeldeten Erträge lassen jedoch darauf schließen, dass der Durchschnittsertrag der Jahre 2012 bis 2016 von 3,9 Tonnen pro Hektar in diesem Jahr nicht erreicht werden wird. Teilweise weisen Rapsbestände zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern Auswuchs auf.

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