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Zuckerindustrie

Südzucker senkt Kosten

Rexor Rübenroder Grimme Rüttelscharaggregat
Eine höhere Rübenfläche im Süden Deutschland beschert Südzucker niedrigere Produktionsmkosten. Womöglich müssen die Rübenanbauer mit niedrigeren Preisen auskommen. © Foto: Werkbild
von , am
12.10.2017

Aufgrund der größeren Anbaufläche kann Südzucker günstiger produzieren. Ob die Landwirte aber bessere Rübenpreise erhalten, ist fraglich. Denn der Konzern rechnet mit einer Gewinnsteigerung.

Mit der Ausweitung der Rübenanbaufläche um rund 15 Prozent im Gebiet der Südzucker-Gruppe und einem günstigen Vegetationsverlauf wird die Südzucker AG nach eigener Mitteilung das Ziel von 120 Tagen Rübenverarbeitungskampagne in den Zuckerfabriken übertreffen. So kann das Unternehmen die Zuckerproduktionskosten weiter senken. Insgesamt werden voraussichtlich über 5 Millionen Tonnen Zucker aus Rüben produziert.

Die Kampagne startete 2017 Anfang September bei der Südzucker Polska S.A. Die übrigen Werke folgten bis Mitte September. Hohe Niederschläge und warme Witterung im Sommer spiegeln sich in einer überdurchschnittlichen Ertragserwartung in der Südzucker-Gruppe von rund 79 (Vorjahr: 74) Tonnen je Hektar wider. Der erwartete Zuckergehalt liegt mit 17,7 (Vorjahr: 17,2) Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Bessere Ergebnisse im 1. Halbjahr

Die Südzucker AG hat im ersten Halbjahr (1. März bis 31. August 2017) des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 den Konzernumsatz um 9 Prozent auf 3.493 Millionen Euro gesteigert. Zu dem Umsatzanstieg trugen insbesondere die Segmente Zucker und CropEnergies bei. Auch im Segment Spezialitäten stieg der Umsatz moderat an, während der Umsatz im Segment Frucht auf Vorjahresniveau lag.

Das operative Konzernergebnis konnte deutlich um 73 Millionen Euro auf 282 Millionen Euro gesteigert werden. Zu diesem Ergebnisanstieg trugen insbesondere das Segment Zucker, aber auch die Segmente CropEnergies und Frucht bei. Das Segment Spezialitäten erreichte erwartungsgemäß nicht das hohe Vorjahresniveau.

Südzucker erwartet höheren Überschuss

Südzucker geht für das Geschäftsjahr 2017/18 weiterhin von einem Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 Milliarden Euro aus. Das wären 0,2 bis 0,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Beim operativen Ergebnis wird ein weiterer Anstieg gesehen. Es sollte sich unverändert zwischen 425 und 500 Millionen Euro bewegen. Im Vorjahr lag es bei 426 Mio. Euro.

dlz-Kommentar: Müssen Rübenanbauer für die guten Konzernergebnisse bezahlen?

Josef Koch
Kommentar von dlz-Redakteur Josef Koch. © Archiv

Liebe Rübenanbauer, kommt es Ihnen nicht etwas komisch vor, wenn Südzucker meldet, günstiger produzieren und das Ergebnis im laufenden Wirtschaftsjahr steigern zu können? Dabei sind nach dem Quotenende die Zuckerpreise in den Keller gerauscht. Aber das macht dem Konzern offenbar überhaupt nichts aus. Bei mir kommt hier schnell die Vermutung auf, dass der Zuckerriese für die Rüben dieses Jahr deutlich weniger zahlen will. 

Die besseren Konzernergebnisse freuen sicherlich die Aktionäre. Aber Landwirte wollen ihr Geld mit dem Rübenanbau bei ordentlichen Preisen auf dem Acker verdienen. Hier sind die Anbauverbände gefordert, bei Südzucker mehr herauszuholen.

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