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Herkunft

Bayerns Milcherzeuger sind für obligatorische Kennzeichnung

von , am
21.04.2017

Kehrtwende bei der Herkunftskennzeichnung: Bayerns Milcherzeuger fordern nun auchfür Deutschland die obligatorische Herkunftskennzeichnung. Lange Zeit waren sie dagegen.

Landwirt im Milchviehstall
Weil in Frankreich und Italien die Herkunft der Milch anzugeben ist, fordern nun auch Bayerns Milcherzeuger die verpflichtende Herkunftskennzeichnung. © agrarfoto.com/ah

Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) fordert einstimmig die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Milchprodukte. Es soll zukünftig neben dem Abfüllstandort, der bereits jetzt mit dem drei- bzw. fünfstelligen so genannten "Genusstauglichkeitskennzeichen" dargestellt wird, auch der Erzeugungsstandort der Milch auf der Verpackung ausgewiesen werden.

Damit müssten deutsche Molkereien, die aus dem Ausland wie Tschechien oder Österreich Milch beziehen, dies auch deklarieren. Der VMB wird diese Position konsequent vertreten in die nationalen Gremien einbringen, teilt der Verband in einer Pressemitteilung mit.
 

Frankreich und Italien praktizieren schon obligatorische Kennzeichnung

Bislang sprachen sich die Vertreter der bayerischen Milcherzuger für die freiwillige Kennzeichnung aus. Dies erfolgte auch vor dem Hintergrund, dass mit dem Qualitäts- und Herkunftssiegel „Geprüfte Qualität Bayern“ (GQ) seit Jahren, auch für den Produktbereich Milch, ein hervorragendes, freiwilliges Instrument speziell für die Auslobung der Herkunft aus Bayern, zur Verfügung steht.

Mittlerweile haben sich in der EU Entwicklungen mit deutlich protektionistischen Tendenzen abgezeichnet, die eine erneute Positionsbestimmung erforderten, so der VMB. Seit Beginn des Jahres wird in Frankreich die obligatorische Herkunftskennzeichnung für Milch und Fleisch umgesetzt, auch in Italien ist vor wenigen Tagen, am 18. April, ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten.

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