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Milchmarkt

Milchbranche muss Lieferbeziehungen selbst regeln

Milchabholung auf Bauernhof
Damit auch Milchbauern besser als bisher ihre Preisrisiken an der Terminbörse absichern können, plant die EEX Leipzig einen Rohmilchkontrakt einzuführen. © Werkbild
von , am
16.02.2017

Staatliche Vorgaben für Milchlieferbeziehungen sind nicht zielführend, so die Ergebnisse einer Umfrage der Uni Kiel.

Viele DMK-Milchbauern hielten 2016 vergeblich Ausschau nach einem höheren Milchpreis. Entsprechend landete die Molkerei im europäischen Vergleich auf den hinteren Rängen udn die Molkerei kassierte massenweise Kündigungschreiben. © agrarfoto.com

„Die Gestaltung der Lieferbeziehungen im Milchsektor kann durch staatliche oder allgemeinverbindliche Vorgaben nicht zu befriedigenden Ergebnissen führen.“ Dieses Ergebnis hielt DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal in Berlin nach einem Parlamentarischen Milchfrühstück mit Bundestagsabgeordneten und Vertretern aus Bundes- und Landesagrarministerien fest, zu dem der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband sowie der Genossenschaftsverband eingeladen hatten.

„Es muss vielmehr im ureigenen Interesse des deutschen Milchsektors sein, selber marktgerechte Vereinbarungen zwischen Landwirten und Molkereien zu treffen, die dem heterogenen Meinungsbild unter den Landwirten aber auch den Molkereien gerecht wird,“ ergänzte Schmal.

Professor Sebastian Hess von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel stellte Ergebnisse einer Umfrage unter deutschen Milchbauern zur Gestaltung der Lieferbeziehungen vor. Es ist festzustellen, dass die typischen genossenschaftlichen Lieferbeziehungen im deutschen Milchsektor grundsätzlich eine breite Akzeptanz unter den Landwirten erfahren, jedoch in einigen Bereichen Anpassungsbedarf von den Milchbauern gesehen wird. Kleinere, mittlere und Wachstumsbetriebe erkennen in der derzeit vorherrschenden Gestaltung der genossenschaftlichen Liefermodelle durchaus Vorteile. Größere Betriebe hingegen würden in vielen Fällen eine alternative Gestaltung der Lieferbeziehungen bevorzugen.

Preissignale müssen schneller ankommen

Die Genossenschaftsvertreter verwiesen darauf, dass sich die Molkereigenossenschaften den Herausforderungen des volatilen Milchmarktes stellen und dabei auch die Ausgestaltung der Lieferbeziehungen und Möglichkeiten der Preisabsicherung mit ihren Mitgliedern diskutieren.

DBV-Milchbauernpräsident Schmal zog folgendes Fazit aus der Veranstaltung: „Es bedarf künftig einer besseren Abstimmung zwischen Landwirten und Molkereien zu Mengen, Preisen und Laufzeit dieser Übereinkünfte. Landwirte sollten praktikable Möglichkeiten zur Preisabsicherung erhalten."

Molkereien benötigten auf der anderen Seite eine verlässlichere Basis über die künftigen Anlieferungsmengen. Darüber hinaus sollten Preissignale des Weltmarktes früher beim Landwirt ankommen. Der Bauernverband sehe sich durch die Untersuchungsergebnisse von Professor Hess dementsprechend in seiner bisherigen Positionierung bestätigt.

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