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Molkerei

Nichts geht über Bärenmarke aus Weiding

von , am
17.03.2017

Über 250 Milchbauern haben gestern vor dem Hochwald-Werk in Weiding gegen dessen Schließung protestiert.

Demonstrierende Milchbauern in Weiding
Über 250 Milchbauern fürchten um ihren Absatz, wenn Hochwald Foods das Werk in Weiding schließt. © BBV

Am gestrigen Donnerstag haben vor dem Werkstor mehr als 250 Bauern und Mitarbeiter gegen die angekündigte Schließung des Hochwald-Werks protestiert.
Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Mühldorf, forderte Zukunftsperspektiven für die Landwirte und Beschäftigten. „Der Bärenmarke-Bär ist in Weiding  zuhause. Da gibt es kein Wenn und Aber! Er steht für die Qualität unserer Milch und ist Teil unserer Identität."

Gespräche mit Investor laufen

Eine Sprecherin von Hochwald Foods kündigte daraufhin an, dass Verhandlungen mit möglichen Investoren zur Übernahme des Standortes geplant seien.

Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber und die Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner kündigten an, dass außerdem am 30. März 2017 ein Gespräch in München zwischen der Hochwald-Leitung und Spitzenvertretern mehrerer Ministerien sowie der Staatskanzlei stattfinden soll.

Bärenmarke muss in Bayern bleiben

Zuvor hatte bereits Milchpräsident Günther Felßner die Entscheidung von Hochwald scharf kritisiert: „Das ist nicht ehrlich! Bärenmarke ist mit den Bergen verbunden. Die Marke muss in Bayern bleiben! Und wir werden dafür kämpfen, dass die Marke bei uns bleibt. Denn auch die Verbraucher werden fragen: ‚Was ist mit der Marke passiert, die ich kenne?“ Es geht aber vor allen Dingen um die Bauern in der Region, die ihre Absatzmöglichkeit und ihr Bärenmarke-Werk vor der Haustüre zu verlieren drohen. “

Der Konzern Hochwald Foods hatte angekündigt, das Werk im Landkreis Mühldorf im Jahr 2018 schließen zu wollen und die Produktion an andere Standorte zu verlagern. Direkt betroffen sind von dieser Entscheidung 230 Arbeitsplätze und über 2.000 Familienarbeitskräfte auf den über 600 Milchbauernhöfen in Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn. Hochwald hatte daher die Milchmenge von rund 180 Mio. kg bereits gekündigt.

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