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dlz-Aktuell

Maßnahmen gegen Milchkrise gefordert

von , am
22.01.2015

Copa-Cogeca fordert nach dem Auslaufen der Milchquote Instrumente, die den Erzeugern dabei helfen, mit immer volatileren Märkten umzugehen und einen besseren Erlös für ihre Produkte zu erwirtschaften.

© landpixel
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Milch von Copa-Cogeca, Mansel Raymond, sagte: "Der EU-Milchmarkt ist nun enger mit dem Weltmarkt verbunden und wird immer volatiler. Daher ist es auf diesem immer stärker vom Wettbewerb geprägten Markt essenziell, die richtigen Instrumente an der Hand zu haben, um mit extremer Marktvolatilität umgehen zu können".
 
Die Erzeuger müssten in der Lage sein, ihre Geschäfte besser planen zu können. Wir müssen die Entwicklung der Terminmärkte fördern, damit die Volatilität etwas abgeschwächt wird und den Landwirten geholfen werden kann, sich gegen Risiken abzusichern. Es sollten auch andere Instrumente angedacht werden, mit denen sich Landwirte gegen Risiken absichern könnten, wie Versicherungen.
 
Bei der Unterstützung der Landwirte für ein besseres Risikomanagement spielen Milchgenossenschaften eine wichtige Rolle und werden dies auch in Zukunft tun.

Interventionspreise anpassen

"Des Weiteren muss die Europäische Kommission die öffentliche Intervention angemessener gestalten, um einem Zusammenbruch des Milchmarktes vorzubeugen. Der Interventionspreis für Milch muss aktualisiert werden, um den steigenden Produktionskosten und der Marktrealität in dieser Zeit eines schweren Marktungleichgewichts Rechnung zu tragen", betonte er.
 
Roquefeuil, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe, sprach über zusätzliche Maßnahmen: „Das EU-Milchpaket, das auf eine Stärkung der Vertragsbeziehungen zwischen Landwirten und Verarbeitungsbetrieben und eine Verbesserung der Stellung der Landwirte abzielt, sollte in der gesamten EU umfassend umgesetzt werden. Alle Mitgliedstaaten haben bereits gemäß dem Milchpaket Mindestanforderungen für Erzeugerorganisationen umgesetzt oder werden dies in naher Zukunft tun, um die Verhandlungsmacht der Milcherzeuger zu stärken".
 

Mehr Verträge nötig

In fast der Hälfte der Mitgliedstaaten wurden Verträge auf verpflichtender Grundlage eingeführt, insbesondere in Ländern, in denen Milchgenossenschaften einen geringeren Marktanteil haben. Verträge sind wichtig und müssen etwas bringen, insbesondere angesichts des Auslaufens der Milchquoten und der Zeiten schwerer Marktungleichgewichte.
 
Darüber hinaus müsse die Milchversorgungskette fair sein und ihre Glieder müssen verantwortungsvoll handeln. Die ebenso notwendige Offenheit und Transparenz in der Versorgungskette könne durch die vor kurzem eingerichtete EU-Milchmarktbeobachtungsstelle erreicht werden, welche aktuelle Marktdaten zur Verfügung stelle. 
 
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