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Mehr Biokraftstoffe, aber sinkende Agrarpreise

© Koch
von , am
10.07.2015

Die neuen Zahlen der FAO belegen, dass Biokraftstoffe nicht für treibende Agrarpreise und damit nicht zu Hunger in der Welt führen.

© Koch
Die von der Welternährungsorganisation FAO veröffentlichten Kennzahlen für die weltweiten Nahrungsmittelpreise bestätigen die Tendenz der vergangenen Monate: Aufgrund guter Ernten und voller Lager sinken die Preise auf den Weltagrarmärkten und haben den niedrigsten Wert seit 2009 erreicht. Gleichzeitig ist die Produktion von Biokraftstoffen weltweit gestiegen, alleine im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent. "Die irrige Behauptung lässt sich nicht aufrechterhalten, dass Biokraftstoffe zu Hunger führen. Denn trotz globaler Produktionsausweitung bei Biokraftstoffen sinken die Agrarpreise", triumphiert Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Vielfältige Gründe für Hunger

Kritiker argumentieren, dass die Preise aufgrund der Nachfrage nach Agrargütern für Biodiesel und Bioethanol deutlich steigen, so dass sich die Ärmsten Nahrungsmittel nicht mehr leisten können. "Die Gründe für Hunger sind vielfältig. Dazu gehören schlechte Ernten, Krankheitsepidemien wie Ebola, Kriege, Korruption, Armut und schlechte Regierungsführung, mangelnde Infrastruktur sowie Wetterextreme, aber nicht Biokraftstoffe", erläutert Baumann. Zwar hätten Biodiesel und Bioethanol Preisauswirkungen, diese seien aber gering und in der Vergangenheit überbewertet worden. Zudem würden die Preise auf lokalen Märkten in Entwicklungsländern ganz überwiegend nicht den Preisentwicklungen der globalen Märkte folgen, sondern eigenen Gesetzmäßigkeiten unterliegen.

Dämpfer für Agrarpreise

 Nach dem Anfang Juli durch die FAO und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Ausblick auf die Weltagrarmärkte wird sich das globale Wachstum von Biokraftstoffen in den kommenden zehn Jahren verlangsamen. Grund hierfür sei auch das voraussichtlich niedrige Preisniveau von fossilem Öl. Dadurch werde die weltweite Nachfrage nach alternativen Kraftstoffen nur langsam zunehmen.
 
Unabhängig davon würden auch die Agrarrohstoffpreise in den kommenden Jahren sinken. Gründe hierfür seien eine höhere Produktivität, gute Ernten und ein verlangsamtes globales Nachfragewachstum nach Agrargütern. Die Preise werden jedoch das niedrige Niveau der Zeit vor dem Jahr 2000 nicht erreichen 
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