Login
dlz-Aktuell

Mehr für Fleisch aus artgerechter Haltung?

von , am
22.04.2015

© Diersing-Espenhorst/dlz agrarmagazin
Verbraucher wären grundsätzlich bereit, für entsprechend gekennzeichnetes Rindfleisch aus artgerechter Haltung höhere Preise zu zahlen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖLN). [[mehr]]
 
Wissenschaftler der Universität Kassel führten Kaufexperimente im Lebensmitteleinzelhandel mit 680 Verbrauchern durch. Zur Auswahl standen 200-Gramm-Steaks von Rindern angeboten, die sich im Haltungsverfahren (extensive Mutterkuhhaltung, Weidehaltung oder Stallhaltung), in der Produktionsweise (konventionell oder ökologisch) und im Preis (1,98 bis 7,98 Euro) unterschieden.
 
Das Ergebnis: Die Höhe des Preises spielte für die meisten Befragten beim Kauf von Rindfleisch keine entscheidende Rolle. So war für knapp 80 Prozent die Frische wichtig, für drei Viertel aller Teilnehmer der Geschmack und 72 Prozent wünschten sich, dass das Fleisch aus artgerechter Tierhaltung stammt. Wurden die Käufer vor dem Kauf über die Besonderheiten der Mutterkuhhaltung informiert, wirkte sich dies positiv auf ihre Kaufentscheidung und Zahlungsbereitschaft aus. Für ein 200-Gramm-Rindersteak waren sie bereit, zwischen 4,99 Euro und 9,97 Euro zu bezahlen. „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen einmal mehr, dass Verbraucher Produkte aus artgerechter Haltung zu schätzen wissen“, fasst Versuchsleiter Professor Ulrich Hamm die Ergebnisse zusammen.  

Die dlz meint: Inwiefern die Studie das tatsächliche Kaufverhalten widerspiegelt, ist schwer zu beurteilen. Denn bei solchen Untersuchungen spielt das sozial erwünschte Verhalten immer eine große Rolle: Unter "Beobachtung" entscheiden sich Käufer selten für das billigste Angebot, sondern achten eher auf Qualität und Haltungskriterien. Was dann beim realen Einkauf im Korb landet, ist eine andere Sache. Auf jeden Fall beweist die Studie: gute Information und Aufklärung machen sich bezahlt. Wir brauchen mehr davon in Deutschlands Läden.
Auch interessant