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Milch: Effizientes Sicherheitsnetz fehlt

von , am
01.04.2015

Ab heute können die Milchviehhalter ihre Betriebe erweitern, ohne für die Ausweitung der Milchproduktion zusätzliche Milchquoten kaufen zu müssen.

BDM-Vorsitzender Romuald Schaber © Werkbild
"Zwölf Jahre Zeit haben die politischen Entscheidungsträger mit Endlosdebatten verstreichen lassen und dabei versäumt, ein effizientes Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt zu installieren. Man baut weiter auf die staatliche Intervention und private Lagerhaltung und manchmal spricht der ein oder andere Agrarpolitiker sogar schon wieder von Exporterstattungen", kritisiert BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. Denn bereits 2003 hattte die EU beschlossen, die Milchquote 2015 auslaufen zu lassen.
 
"Alles Instrumente von vorgestern!" Diese haben weder in den Milchkrisen 2009, 2012 noch in 2014/15 Milchgeldverluste in zweistelliger Milliardenhöhe verhindern können und werden es auch zukünftig nicht können, ist Schaber überzeugt.

Politiker haben Chancen vertan

Ohne die zahlreichen Protestaktionen der Milchviehhalter wäre nicht einmal das EU-Milchpaket mit den Möglichkeiten zur Bündelung der Milchviehhalter auf den Weg gebracht und umgesetzt worden. Ein wichtiger Bestandteil des EU-Milchpakets, nämlich vor Lieferung der Milch an die Molkereiwirtschaft Preis und Menge fest zu vereinbaren, wurde in Deutschland nicht umgesetzt. "Wieder einmal hat die Politik auf die Vertreter der Molkereiwirtschaft gehört und dabei Chancen, einen Markt um Milch vor den Molkereien entstehen zu lassen, fahrlässig vertan", wirft Schaber den dafür verantwortlichen Politikern vor. 
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