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Milch: Erlöse decken immer weniger die Kosten

von , am
02.12.2014

Die Schere zwischen Milchpreisen und Kosten klafft immer weiter auseinander. Das Europäische Milchboard fordert daher ein Marktverantwortungsprogramm.

© landpixel
Demnach lagen im Juli 2014 die deutschen Erzeugungskosten bei 44,99 Cent/ kg Milch, während der Auszahlungspreis an die Erzeuger auf 38,74 Cent abgesunken ist. Damit beträgt das Defizit zwischen Preis und Kosten über 6 Cent. Im April 2014 hatten die Kosten bei 45,95 Cent und der Auszahlungspreis noch bei 40,60 Cent je Kilogramm Milch gelegen.
 
Die regionale Aufsplittung der Daten zeigt für die Region Süd (Saarland, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen) Kosten von 50,21 Cent/kg an. In der Region Ost (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) wurden Kosten von 43,49 Cent/ kg errechnet. Im Norden (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) ergaben die Berechnungen für Juli 39,41 Cent pro Kilogramm Milch. Die Studie des BAL zu den Kosten der Milcherzeugung wurde als Gemeinschaftsauftrag des European Milk Board (EMB) und der MEG Milch Board erstellt.
 
 

EMB fordert Marktstützung

 "Seit Juli 2014 sind die Preise nun noch weiter gefallen und die Situation hat sich weiter zugespitzt", macht Romuald Schaber, Vorsitzender des EMB deutlich. Der Markt würde von Milchwellen förmlich überspült, die Nachfrage könne diese Mengen nicht angemessen absorbieren.
 
Es müsse daher sofort ein Marktverantwortungsprogramm (MVP) eingesetzt werden, um die Milchproduktion in vernünftige Bahnen zu lenken. Ohne diese Maßnahme würden die Preise ins Bodenlose stürzen und eine Krise, wie die von 2009, den europäischen Milchsektor erfassen. "Wir haben die Möglichkeit, unseren Milchmarkt mittels des MVP zu stabilisieren. Warum nutzen wir diese Möglichkeit dann also nicht?", so Schaber mit Blick auf die politischen Entscheidungsträger in Brüssel.
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