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dlz-Aktuell

Milch: EU-Verbände fordern höheren Internventionspreis

von , am
15.05.2015

Der europäische Bauernverband Copa und der Genossenschaftsverband Cogeca haben die EU-Kommission auf die kritische Lage am EU-Milchmarkt hingewiesen.

© landpixel
Sie warnten, dass die Erzeugerpreise unter den Produktionskosten lägen und dringend etwas geschehen müsse. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Milch, Mansel Raymond, machte deutlich: "Derzeit sind die Preise in der gesamten EU niedrig. Manche Landwirte können nicht kostendeckend produzieren, was zu schwerwiegenden Problemen mit dem Cash-Flow führt. Manche Mitglieder der Arbeitsgruppe warnten, dass diese ihr Geschäft aufgeben könnten, wenn nichts unternommen wird. Gleichzeitig wird von den Landwirten die Zahlung einer Superabgabe von 800 Mio. Euro erwartet. Wir appellieren daher an die Kommission, sicherzustellen, dass das Geld aus der Superabgabe im Sektor verbleibt."
 
Um der schwierigen Situation Herr zu werden, müsse Brüssel diese Entscheidung schnell treffen. Angesichts dieser schwierigen Zeiten müssen auch EU-Maßnahmen zur Marktverwaltung – öffentliche Intervention und private Lagerhaltung der EU – effizienter werden. Man müsse sich ernsthaft mit einer Anhebung des EU-Milchinterventionspreises befassen.
 
 

Neue Vertragsmodelle nötig

Vor einem Marktverantwortungsprogramm warnten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Milch und Milchprodukte von Copa und Cogeca, dass dieses praktisch überhaupt nicht umsetzbar sei und lehnten es rundweg ab. Die extreme Marktvolatilität sei jedoch weiterhin ein Problem, mit dem umgegangen werden müsse. Es sei essenziell, die Volatilität zu reduzieren.
 
Die Arbeitsgruppe von Copa und Cogeca hat mehrere Systeme analysiert, von Gewinnspannenschutzsystemen in den USA, über Terminmärkte und Festpreiskontrakte bis hin zu flexiblen Kontrakten (Typ A und B Zahlungen). All diese müssen genauer untersucht werden. Landwirte müssen sich individuell entscheiden können, und zwar freiwillig.
 
 
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