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Milch: Kosten sinken

von , am
03.03.2015

Der aktuelle Milch Marker Index zeichnet eine deutliche Trendwende bei den Milcherzeugungskosten auf.

Infolge sinkender Energie- und vor allem Kraftfutterkosten sank dieser um neun Indexpunkte und bewegt sich damit wieder auf dem Niveau von 2010. Darauf weist jetzt die MEG Milch Board hin. "Weil parallel dazu aber die Milchauszahlungspreise stark rückläufig waren – im Bundesdurchschnitt von Juli bis Oktober um zwei Cent pro Kilogramm und seit Anfang des Jahres sogar um ganze sechs Cent verschlechterte sich die Preis-Kosten-Ratio um einen weiteren Punkt auf 85 und die Unterdeckung stieg damit auf 15 Prozent", erläutert Peter Guhl, Vorsitzender der MEG Milch Board.
 
Die Betriebe im Norden können bei Milchauszahlungspreisen von 33 bis 34 Cent pro Kilogramm gerade noch kostendeckend arbeiten, für die Betriebe im Süden wurde die Spanne zwischen Kosten und Preisen aufgrund der höheren Milchauszahlungspreise von 36 bis 37 Cent pro Kilogramm etwas kleiner. Sie sind aber nach wie vor weit von einer Kostendeckung entfernt.
 
 

Stärkster Rückgang in Niedersachsen

Im Norden gingen in Niedersachsen die Milcherzeugungskosten mit 4,4 Cent am stärksten zurück, im Süden im Saarland mit 5,8 Cent. In den östlichen Bundesländern sanken die Milcherzeugungskosten weniger stark, bei sehr uneinheitlicher Entwicklung. In der Region Nord verminderten sich die Kosten für Zukauffutter um 3,4 Cent/kg am stärksten; in Süd und Ost sanken sie um 2,2 beziehungsweise 1,7 Cent/kg Milch.
 
Der Rückgang der Milcherzeugungskosten lässt sich im aktuellen Beobachtungszeitraum aber nicht allein auf die gesunkenen Futterkosten zurückführen. Es kann vermutet werden, dass viele Betriebe in Anbetracht einer drohenden Superabgabe auch ihren Input drosselten. Regionale Kostenunterschiede lassen sich damit schlüssig erklären.
 
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