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Milch: Mehr Aufklärung über Termingeschäfte nötig

von , am
25.03.2015

In der Anhörung im Agrarausschuss Anfang der Woche machte Heinrich Schmidt vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV) wenig Hoffnung. dass das Ende der Milchquote zu einem konstanten Milchpreis führen werde.

© Djerraya/Fotolia
"Die Preisschwankungen werden erhalten bleiben und auch stärker ausfallen", sagte Schmidt. Der Markt der Warentermingeschäfte, der zu mehr Verlässlichkeit führen könnte, sei derzeit noch klein, aber ein wachsendes Pflänzchen. Deshalb wolle der Raiffeisenverband Projekte anbieten, um die Erzeuger zu schulen und bei der Entwicklung des Warenterminmarktes zu helfen.
 
Prof Dr. Holger Thiele vom Institut für Ernährungswirtschaft sah in dieser Frage die Politik in der Verantwortung: "Sie kann helfen und die Entwicklung beschleunigen, bis eine Warenterminbörse ihrer Funktion gerecht wird." Dazu müsse Know-how entwickelt und verbreitet werden.
 
Auch der Wissenschaftler Dr. Sascha Weber vom Thünen-Institut für Marktanalyse machte sich für mehr Initiative seitens der Politik stark. Der Staat müsse nicht direkt eingreifen und die Börse in Schwung bringen, aber er könne für Aufklärung sorgen, denn das Verständnis der Erzeuger sei dafür noch nicht weit genug entwickelt.
 
Landwirt und Molkereibetreiber Gunnar Hemme von der Molkerei Hemme bremste indes den Enthusiasmus hinsichtlich einer Warenterminbörse, denn ein langfristiger Vertrag zwischen seiner Molkerei und den Zulieferern, der für Preisstabilität sorgen könnte, wäre bei den gegebenen Marktumständen nicht durchzuhalten.
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