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Milch: Mengensteuerung wirkt viel zu langsam

von , am
15.06.2015

Statt eines wirkungslosen Marktverantwortungsprogrammes halten Wissenschaftler des Kieler ife-Institutes andere Stützungsmaßnahmen am Milchmarkt für besser.

© Werkbild
Die grünen Landwirtschaftsminister hatten am vergangenen Freitag in Berlin die Studie des Institutes für Ernährungswirtschaft Kiel (ife-Institut) zu Kriseninstrumenten im Milchmarkt vorgestellt. Insbesondere sollte dabei geprüft werden, ob ein Marktverantwortungsprogramm für den Milchsektor in Krisenzeiten wirksam wäre. Dies ist laut den Gutachtern nicht der Fall:"„Die Mengensteuerungskomponenten des vorgeschlagenen Marktverantwortungsprogramms sehen sie in Hinblick auf geringere, verspätete oder zumindest unsichere Preiseffekte in Krisensituationen, wenn es um kurzfristige Sicherung der Liquidität in den Milcherzeugungsbetrieben geht, als weniger geeignet an."
 
Bei dieser Aussage ist noch nicht berücksichtigt, dass die staatliche Mengensteuerung außerdem zu einem hohen administrativen Aufwand auf Betrieben und in Verwaltungsinstitutionen führt.
 

Liquiditätsdarlehen bereitstellen

Die Wissenschaftler schlagen nach dem Auslaufen der Milchquote statt der Etablierung einer neuen Form des staatlichen Eingriffes in die Produktionsentscheidungen einzelner Landwirte, eine Überarbeitung der bestehenden Instrumente vor. Der Interventionspreis solle auf 24 Cent/kg angehoben werden. Mitnahmeeffekte bei der Privaten Lagerhaltung gelte es künftig zu vermeiden. In absoluten Krisenzeiten sollten außerdem staatlich geförderte Liquiditätsdarlehen bereitgehalten werden. Ebenfalls im Gutachten wird der weitere Ausbau der Milchmarktbeobachtungsstelle der EU-Kommission vorgeschlagen.
 
Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt entsprechende Vorschläge. Er wird diese und weitere mögliche Instrumente für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit in seinen Gremien zeitnah diskutieren.
 
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