Login
dlz-Aktuell

Milchbauern lassen nicht locker

von , am
15.09.2015

Nachdem die Ergebnisse des Sonderagrarrats in Brüssel für die Milchviehhalter völlig unbefriedigend waren, gehen die Aktionen der Milchbauern weiter.

© BDM
So haben gestern rund 100 Milchviehhalter aus Luxemburg (LDB), aus Belgien (MIG) und aus Deutschland (BDM), die alle Mitglieder des European Milk Board EMB sind, 10 EU-Agrarminister, die bei ihrem zweitägigen Agrarrats-Treffen in Luxemburg auch drei Höfe besuchten, auf einem Betrieb vorübergehend festgesetzt, um den Ministern in einem persönlichen Gespräch noch einmal zu verdeutlichen, dass der europäische Milchmarkt mehr braucht als eine Politik, die nur hilflos Geld verteilt statt die Ursache der Krise wirklich aktiv anzugehen.
 
"500 Mio. Euro sind sehr viel Geld für den Steuerzahler, bringen aber für die Milchviehhalter so gut wie keinen Effekt, wenn man dieses Geld nicht dafür nutzt, zeitlich befristet einen Ausgleich für eine Rücknahme der Milchanlieferung zu bezahlen. So würden die eingesetzten Finanzmittel nicht nur ein Vielfaches an Wirkung zeigen, es hätte auch den Vorteil, dass das Geld direkt bei den Milchbauern ankommt, also genau da, wo die Mittel ganz dringend benötigt werden", argumentierten Milchviehhalter des BDM in Luxemburg.
 

Druck auf Seehofer und Agrarminister Schmidt

Und auch heute wollen die Milchviehhalter die EU-Agrarminister in Luxemburg begleiten. Dass auch der deutsche Agrarminister, der gestern noch nicht in Luxemburg dabei war, noch einige „Begleitung“ braucht, steht für die Milchviehhalter des BDM spätestens seit seinen jüngsten Äußerungen fest, wonach es sich beim Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept des BDM um eine „Quote mit aufgehübschtem Namen“ handle.
 
 In Bayern wollen Milchnbauern auch Ministerpräsident Horst Seehofer deutlich vermitteln, dass ein kurzes Gespräch mit den Bäuerinnen des BDM bei weitem nicht ausreicht, um die Forderungen der Milchviehhalter zu erfüllen. Sie hatten Seehofer bei der Kundgebung in München aufgefordert, als Parteichef der CSU seinen Parteikollegen Christian Schmidt in die Pflicht zu nehmen, endlich im Sinne der Milchviehhalter aktiv zu werden.
Auch interessant