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Milchbauern protestieren vor Molkereien

von , am
18.12.2014

© BDM
Der Bund Deutscher Milchviehhalter fordert Großmolkereien und Politik auf, ein Krisensystem für sinkende Milchpreise zu entwickeln. In Pronsfeld demonstrierten 50 Bauern vor der Molkerei MUH Arla und übergaben einen Entwurf ihres Konzepts Marktverantwortungsprogramm. [[mehr]]
 
Grund sind die sinkenden Milchpreise - und wieder formiert sich Widerstand wie vor fünf Jahren. Zwar wurde noch keine Milch verschüttet, doch vor dem Pronsfelder Standort der Arla Foods haben 50 Milchviehhalter am Mittwoch gegen die Geschäftspolitik von Großmolkereien demonstriert, berichtet der Trierische Volksfreund.

Die Entwicklung der Erzeugerpreise sei sehr Besorgnis erregend, erklärt Kurt Kootz, Landesvorsitzender des BDM. Der Milchpreis sei im Sinkflug, weil die Molkereien viel zu viel Milch auf den Markt brächten.

Mehr Kompetenzen für Beobachtungsstelle

Gemeinsam mit dem European Milk Board habe man ein Marktkrisenkonzept entwickelt. Danach müsse  die EU-Marktbeobachtungsstelle für den Milchsektor weitere Kompetenzen erhalten, fordert der BDM. Bei einer Krisenwarnung müsse in zwei Stufen reagiert werden: "In einer ersten sollen auf freiwilliger Basis die Molkereien weniger Milch auf den Markt bringen. Führt das nicht zu einer Stabilisierung, muss dann halt mit Verordnungen regulierend eingegriffen werden."  Kootz übergab ein ausformuliertes Konzept an den Pronsfelder Standortleiter der Arla, Jürgen Wolf.
 
Zwar sei der Entwurf bei ihm an der falschen Stelle, sagte Wolf, er werde ihn aber an die Arla-Leitung in Düsseldorf weiterleiten. Kootz betonte, dass nicht die Arla Foods allein Ziel des Protests sei: "Wir wollen uns an alle Molkereien wenden und auch von der Politik gehört werden." BDM-Mitglieder demonstrierten gestern bundesweit vor 60 Molkereien.
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