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Milchkrise: Brunner fordert höhere Interventionspreise

von , am
15.07.2015

Steigende Kosten, sinkende Preise und kein Licht am Horizont: Die aktuelle Entwicklung auf dem Milchmarkt erfordert nach Ansicht von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner rasch wirksame Maßnahmen zur Unterstützung der Milcherzeuger.

© StMELF
Konkrete Vorschläge hat Brunner jetzt in einem Brief an EU-Kommissar Phil Hogan unterbreitet. Der Minister fordert darin unter anderem eine Anhebung der Interventionspreise bei Milch und Milcherzeugnissen auf ein Absicherungsniveau von 25 Cent pro Kilo, um den Markt kurzfristig zu entlasten und die steigenden Produktionskosten zumindest teilweise auszugleichen. 
 
Darüber hinaus schlägt Brunner vor zu prüfen, ob die EU Milchpulver über die Nahrungsmittelhilfe aufkaufen und für die Versorgung bedürftiger Menschen in Krisengebieten verwenden kann. Beide Maßnahmen könnten laut Brunner aus Mitteln der Superabgabe bezahlt werden – europaweit ein Betrag in hoher dreistelliger Millionenhöhe. Der Minister hatte schon mehrfach gefordert, die Gelder – anders als von Brüssel geplant – in vollem Umfang für den Milchsektor zu verwenden.
 
 

Programme zur Absatzförderung müssen vereinfacht werden

Dringenden Änderungsbedarf sieht Brunner bei den EU-Programmen zur Absatzförderung. Es sei nicht nachvollziehbar, "dass einerseits die regionalen Märkte gestärkt werden sollen, andererseits das EU-Beihilferecht eine staatliche Unterstützung von Absatzfördermaßnahmen mit regionalem Bezug grundsätzlich untersagt". Das sei ein politischer Widerspruch, so der Minister. Die Absatzförderung müsse vielmehr intensiviert, die angebotenen Programme vereinfacht, praktikabel gestaltet und finanziell besser ausgestattet werden.
 
Darüber hinaus sprach sich Brunner für Nachbesserungen beim Schulmilch- und Schulfruchtprogram aus. Brüssel müsse auch hierfür mehr Geld bereitstellen und die Produktpalette auf Joghurt, Quark und insbesondere Käse ausdehnen.
 
Heute trifft sich Brunner in Brüssel mit Vertretern der EU-Kommission und des Europäischen Parlaments, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.
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