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Milchmarkt: EU muss mehr tun

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von , am
10.06.2015

Die zunehmende Marktorientierung und Marktöffnung beim Sektor Milch sei grundsätzlich zu begrüßen. Das könne aber nur gelingen, wenn die Bundesländer und die EU gezielt daran arbeiten, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

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"Das gilt für die landwirtschaftlichen Betriebe genauso wie für die milchverarbeitenden Institutionen, die gerade im Milchsektor meist genossenschaftlich organisiert sind," erklärt Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament anlässlich der Abstimmung über den Nicholson-Bericht zur EU-Milchpolitik.
 
Auch nach der Abschaffung der Milchquote ist sich die EU ihrer Verantwortung für die milcherzeugenden Landwirte bewusst. Im Vordergrund steht jetzt die Unterstützung beim Absatz der in allen Mitgliedsländern erzeugten Milchmengen. "Dazu müssen europaweit einheitliche und klare Regeln für Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Milch bzw. Milchprodukten geschaffen werden. Wichtig sind die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf allen Ebenen und die Unterstützung der Molkereien bei der Erschließung neuer Märkte", so der bayerische Europaabgeordnete Deß.
 

TTIP ist wichtig

In diesem Zusammenhang ist auch das Handelsabkommen (TTIP) mit den USA wichtig. Gerade für die landwirtschaftlichen Produkte brauche die EU einen fairen Zugang zu diesem interessanten Markt. Selbstverständlich stünden auch beim TTIP die Interessen der europäischen Verbraucher in Vordergrund. "Notwendig ist auch der uneingeschränkte Schutz unserer besonderen Spezialitäten mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) oder geschützter geographischer Herkunft (g.g.A.)", ergänzt Albert Deß.
 
Innerhalb Europas müsse man zudem konsequent darauf achten, dass die Interessen der Nahrungsmittelhersteller und Verbraucher kartellrechtlich besser geschützt werden. Die Macht der in den letzten Jahren immer größer und mächtiger gewordenen Lebensmittel-Konzerne müsse auf den Prüfstand", verlangt Deß.  
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