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dlz-Aktuell

Milchmarkt fängt sich

von , am
25.09.2015

© landpixel
In einer Sitzung der Marktbeobachtungsstelle Milch in dieser Woche sei vorsichtiger Optimismus hinsichtlich der Preisentwicklung auf den Milchmärkten zu vernehmen gewesen,[[mehr]] bestätigt der Generaldirektor der GD Landwirtschaft der Europäischen Kommission, Jerzy Bodgan Plewa. Es habe der Eindruck vorgeherrscht, dass die Talsohle durchschritten sei.
 

 
Bei der Vereinfachung der EU-Agrarpolitik verwies Plewa im Gespräch mit dem DBV-Präsidenten Rukwied auf intensive Arbeiten der Kommission. In drei Bereichen werde an Vorschlägen zur Vereinfachung gearbeitet: Antragsverfahren für die Direktzahlungen, Gestaltung des Greening und Vereinfachung der Kontrollen. Dabei würden die Vorschläge des Berufsstandes berücksichtigt, versicherte der Generaldirektor. 
 

Kriseninstrumente verstärken

In einem Gespräch hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, die schwierige Situation auf den Agrarmärkten, insbesondere bei Milch und Schweinfleisch, aufgezeigt. "Die EU-Kommission muss handeln, um den Kurs der Marktorientierung nicht zu gefährden", erklärte Rukwied. Viele Landwirte stünden wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand.
 
Rukwied forderte die EU-Kommission auf, die Risiko- und Kriseninstrumente zu verstärken, die europäische Absatzförderung auf potentiellen Drittmärkten auszubauen und die Agrarpolitik, insbesondere beim Greening deutlich zu vereinfachen. Der DBV stehe grundsätzlich zur Marktorientierung, diese müsse allerdings durch intelligente politische Instrumente begleitet werden.
 
Die EU-Kommission sei sich der ernsten Situation auf den Agrarmärkten bewusst, unterstrich Generaldirektor Plewa. Er stellte das jüngst beschlossene Hilfspaket über 500 Mio. Euro heraus. Selbst wenn das in der Landwirtschaft als unzureichend kritisiert werde, verwies er doch auf den enormen Kraftakt von Agrarkommissar Hogan, dies in der Kommission vor dem Hintergrund finanzieller Engpässe durchzusetzen.
 
 
 
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