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Milchmarkt profitiert von WTO-Kompromiss

von , am
06.10.2015

Bei einem öffentlichen Forum der WTO 2015 in Genf hoben Copa und Cogeca gestern gemeinsam mit Celcaa, der Interessensvertretung für Agrar- und Lebensmittelhandel, die Wichtigkeit des Handels für die Landwirtschaft und die Notwendigkeit fairer Regeln für die Aufrechterhaltung eines dynamischen Marktes hervor.

© landpixel
"Der EU-Milchsektor mit seinen mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten und einer Million Landwirten ist wichtig für die Schaffung von Wachstum und Beschäftigung", sagte Mansel Raymond, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Milch von Copa-Cogeca. "Wir werden in Zukunft mehr Milch erzeugen müssen, um der wachsenden Nachfrage außerhalb Europas nachkommen zu können." Diese soll mittel- bis langfristig um 2,1 Prozent steigen. Die treibende Kraft für diesen Anstieg ist die wachsende Nachfrage nach Käse und Magermilchpulver. Wenn EU-Milcherzeuger in der Lage sein sollen, diese Nachfrage zu befriedigen, brauchen sie faire Handelsregeln.
 
Dabei dürfe man sich nicht nur auf Zollsenkungen konzentrieren, sondern auch auf den Abbau unnötiger Bürokratie und nichttarifärer Handelshemmnisse. Sanitäre und phytosanitäre Handelshemmnisse sind zu beseitigen, die oftmals auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruhen und die EU-Exporte blockieren. Des Weiteren sei sicherzustellen, dass das EU-System der geografischen Angaben, das Käsespezialitäten vor Nachahmungen schützt, anerkannt und geschützt wird.
 
 

Neuer Schwung für WTO-Gespräche nötig

Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen forderte dabei: "Die EU hatte sich im Jahr 2008 in Hong Kong dazu verpflichtet, ab dem Jahr 2009 nicht mehr auf Erstattungen für Agrarexporte zurückzugreifen. Aber von Seiten anderer Handelspartner, die auch unterschiedliche Arten von Exportstützung nutzen, müssen ähnliche Verpflichtungen eingegangen werden."
 
"Da wir weltweit keine positive Entwicklung feststellen können, fordern wir weitere Verpflichtungen von WTO-Mitgliedern zu internen Beihilfen. Wir müssen die zum Stillstand gekommene Runde der Welthandelsgespräche wieder in Gang bringen," machte der Generalsekretär klar.
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