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Milchpreise können auf Interventionsniveau fallen

© Josef Koch
von , am
21.11.2014

© Josef Koch
Die Aussichten für Milchbauern sind in den kommenden Monaten alles andere als gut. [[mehr]] Denn Anfang 2015 rechnet Jakob Ramm, Geschäftsführer der Milchwerke Schwaben, Ulm, damit, dass die Preise für Butter und Magermilchpulver zumindest kurzzeitig auf Interventionsniveau fallen werden.
 
So sei zum Beispiel Magermilchpulver mit derzeitigen gehandelten Preisen von rund 1.850 Euro je Tonne nicht mehr weit von der Interventionsschwelle von 1.698 Euro je Tonne entfernt. Bei Butter liegt die Schwelle bei 2,22 Euro/kg. "Je nach Verarbeiter sind dann Milchauszahlungspreise von deutlich unter 30 Cent/kg als Grundpreis denkbar", meint Ramm bei der BBV-Woche der Erzeuger und Vermarkter in Herrsching.
 
Der Molkereichef hält auch nichts davon, die Interventionspreise so zu erhöhen, damit ein Milchpreis von rund 30 Cent/kg abgesichert wird. "Das führt dazu, dass die Bauern ein falsches Marktsignal erhalten und die EU-Milcherzeugung nicht schnell genug sinkt", ist sich Ramm sicher. Zudem verhindern große Interventionsbestände zu einem späteren Zeitpunkt eine Erholung des Milchpreises, da dann die ausgelagerte Ware auf den Markt drücken könne. Ein kurzes schmerzhaftes Preistal halte er für besser als eine langwierige Preisschwäche.
 
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Discounter nicht schuld an Preisverfall

Ramm verdeutlichte, dass der Druck auf den Märkten schon seit längerem vom Überangebot an Milch auf dem Weltmarkt ausgehe. Der Importstopp Russlands hat die Lage zusätzlich verschärft. Discounter wie Aldi oder Lidl seien jedoch nicht die Schuldigen an der Milchpreismisere.
 
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