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Milchpreise werden stärker schwanken

von , am
31.03.2015

Für Milchbauern und Molkereien beginnt ab 1. April 2015 eine neue Ära am Milchmarkt.

© landpixel
Das Ende der Milchquotenregelung bringt mehr unternehmerische Entscheidungsfreiheit über die zu erzeugenden Milchmengen, mehr Verantwortung für die Entwicklung des eigenen Unternehmens sowie stärkere Schwankungen des Milcherzeugerpreises mit sich. Darauf weist der Deutsche Bauernverband (DBV) hin.
 
Aktive Milcherzeuger werden von den Kosten der Quote entlastet. In der Zeit der Milchquote mussten die deutschen Milchbauern schätzungsweise 15 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten für Superabgaben, Quotenkauf und Quotenpacht schultern.
 
 

Mehr Wertschöpfung nötig

Die Molkereien sind nun gefordert, über innovative Produkte und Produktprofilierung die Wertschöpfung im Heimatmarkt zu sichern und neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen. Vor allem in asiatischen Ländern und in Schwellenländern wird die Nachfrage nach hochwertigen Milcherzeugnissen deutlich steigen, ohne dass die Produktion in diesen Ländern in ähnlichem Umfang ausgebaut werden kann.
 
 

Neue Modelle für Preisabsicherung nötig

Milchbauern wie Molkereien müssen sich darauf einstellen, dass die Preise für Milch und Molkereiprodukte zukünftig stärker schwanken und daher neue Wege bei der Preisabsicherung und in der Risikovorsorge gehen. Dazu zählen die Entwicklung von Instrumenten für Terminmärkte und deren verstärkte Nutzung, aber auch die Schaffung einer gesetzlichen Möglichkeit zur steuerlichen Risikovorsorge. Für die Reaktion auf Marktkrisen steht ein unteres Sicherheitsnetz zur Verfügung, mit dem aber nur noch in extremen Krisensituationen eingegriffen werden kann. Politisch muss dieses Netz laufend weiterentwickelt werden.  
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