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Milchquote: Viele Milliarden vergraben

von , am
26.03.2015

Die Milchgarantiemengenregelung, die jetzt Ende März ausläuft, kam deutschen Landwirten sehr teuer. Dabei hat sie das Ziel, Verbesserung der Einkommen der Milchbauern und Verringerung des Strukturwandels größtenteils verfehlt.

Josef Dick, LfL Bayern © Heudorfer
"Seit der Einführung 1984 haben deutsche Milchviehhalter rund 7,5 Mrd Euro für Milchquote ausgeben müssen", hat Josef Dick, Leiter der Milchquotenübertagungstelle Bayern hochgerechnet. Davon entfielen auf bayerische Erzeuger knapp 2,3 Mrd. Euro. 
So beliefen sich die Umsätze seit Einführung der Quotenbörse 2000 bundesweit auf rund 2 Mrd. Euro, wovon die Milcherzeuger in Bayern 615 Mio. Euro ausgaben.
 
Obwohl die Milchquote 2015 ausläuft, mussten die Landwirte bei den letzten Übertragungsterminen mit den höchsten Quotenkosten rechnen, die seit der Einführung anfielen. So lagen die Quotenkosten bezogen auf die Restlaufzeit anfangs bei knapp acht Cent/kg und sind bis 2013 auf fast Null Cent/kg gesunken. Doch danach stiegen die Kosten für die Milcherzeuger auf 10 bzw. sogar 14 Cent/kg beim letzten Termin im November 2014 an.

Politische Ziele weitestgehend verfehlt

Dabei kamen die Experten der Tagung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zum Schluss, dass die Mengenbeschränkung ihr politisches Ziel, Verbesserung der Einkommen der Milchbauern und Verringerung des Strukturwandels größtenteils verfehlt habe. Vor allem bis 2000 sind die Milchpreise, bis auf wenige Ausnahmejahre, gesunken und haben bis 2007 im Schnitt der Jahre eher stagniert.
 
Erst mit der EU-Marktöffnung und den Quotenerhöhungen von insgesamt 8,5 Prozent, konnten die Milchpreise seit 2006 anziehen, stellte Milchmarktexperte Ludiwg Huber von der LFL Bayern fest. Allerdings haben die Schwanlungen des Milchpreises seitdem deutlich zugenommen.
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