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Mischfutter: Hersteller fürchten um Absatz

von , am
17.09.2015

Angesichts der Preismisere bei Milch und Schweinefleisch fürchten die Mischfutterhersteller für das laufende Jahr Absatzeinbrüche, jedoch erwarten sie weiterhin stabile Preise.

Angesichts der seit Monaten angespannten Marktsituation auf den tierischen Veredlungsmärkten können die Futtermittelunternehmen mit ihren Verkaufsmengen zwar weitgehend zufrieden sein, sehen aber mit Sorge die Entwicklungen auf den Absatzmärkten ihrer Kunden. "Fehlende Absatzkanäle für die in Deutschland erzeugten tierischen Lebensmittel führen dauerhaft nicht nur zu einem Produktionsrückgang in der heimischen Nutztierhaltung. Sie belasten auch die heimischen Hersteller von Tiernahrung", so Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT). Dies würde für die Mischfutterbranche vorerst einen Abschied von den hohen Absatzmengen bedeuten.
 
Die deutschen Mischfutterhersteller haben auch im Getreidewirtschaftsjahr 2014/2015 ein hohes Absatzergebnis erzielen können. Den Daten der amtlichen Statistik zufolge wurden insgesamt 24,18 Millionen Tonnen Mischfutter von Juli 2014 bis Juni 2015 produziert. Das Rekordniveau aus dem Vorjahr mit 24,26 Millionen Tonnen haben die Hersteller nur knapp verfehlt.
 

Weniger Rindermischfutter verkauft

Schweinemischfutter bleibt unverändert die bedeutendste Produktsparte. Die amtlichen Daten weisen hierfür eine marginale Mengensteigerung auf 9,9 Mio. t. Anders sieht es beim zweitwichtigsten Bereich, dem Rindermischfutter aus. Dieser ist stark von der Milchleistungsfutterproduktion geprägt. Die Nachfrage hat hier vor allem in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte spürbar nachgelassen, die Mengen gingen auf 6,9 Mio. t zurück.
 
Die Legehennenfutterproduktion konnte wiederholt auf 2,3 Mio. t oder um 100.000 t zulegen, der Mastgeflügelfutterbereich hingegen stagniert seit gut zwei Jahren bei 4,1 Mio. t und verfehlte das Vorjahresergebnis knapp.
 
 

Hersteller wollen Preise nicht senken

Entgegen der vor Erntebeginn befürchteten knapperen Versorgungslage auf den Getreidemärkten hat sich in den vergangenen Wochen eine auskömmliche Rohstoffsituation gebildet. Getreide war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mit knapp 49 Prozent der im Mischfutter eingesetzten Komponenten erneut der wichtigste Ausgangsbestandteil. Dies wird auch so bleiben. Zusätzlich zeichnet sich eine komfortable Verfügbarkeit für Proteinfuttermittel ab, vor allem bei den Sojaprodukten. Viele Mischfutterhersteller konnten sich im Ernteverlauf gut mit Rohware eindecken. Gravierende Preisausschläge auf den Einzelfuttermittelmärkten erwartet die Branche momentan nicht, obwohl die Preise für Getreide- und Proteinfuttermittel derzeit günstiger einzukaufen sind.
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