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Molkereien müssen Milchpreise senken

von , am
17.10.2014

© Biehl
Die globale Nachfrage nach Milchprodukten sei weiter positiv. Angesichts der weltweit produzierten Milchmengen, seien jedoch in den nächsten Monaten zeitweilig auch schwächere Marktkonstellationen zu erwarten, beschreibt Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes, die derzeitige Marksituation.[[mehr]]
 
"Das zufriedenstellende Preisniveau in den vergangenen Monaten hat die deutschen Milcherzeuger gleichsam darin bestärkt, ihre Milchproduktion im laufenden Kalenderjahr nochmals deutlich um 3,8 Prozent auszuweiten", erläutert Dr. Engel weiter. Damit wurde auch in der Rohmilchanlieferung an die deutschen Molkereien ein Rekordwert erreicht, der zwischenzeitlich auch von maximal ausgelasteten Verarbeitungskapazitäten geprägt war.
 
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Weltweit zehn Prozent mehr Milch

Nicht nur in Deutschland wurde im Jahr 2014 bislang sehr viel Milch ermolken, sondern auch in der gesamten Europäischen Union (EU) sowie auch in einigen wichtigen milchproduzierenden Ländern wie Neuseeland oder auch den USA. So ist das Weltmilchaufkommen allein in den wichtigsten Exportländern in den ersten sieben Monaten 2014 um 6,5 Mio. Tonnen, davon 4 Mio. Tonnen aus der EU, und damit um 10 Prozent der jährlichen Weltmilcherzeugung gestiegen. Diesen mächtigen Wachstumsschritten hat die internationale ebenfalls weiter gestiegene Nachfrage bisher nicht folgen können und die Preise unter Druck gesetzt.
 
 
 
 

China kauft verhaltener ein

Dazu sind Unwägbarkeiten auf der Absatzseite gekommen: China verhält sich, anders als Anfang des Jahres, eher ruhig an den internationalen Märkten und auch das Anfang August durch Russland ausgesprochene Embargo für die Einfuhr von Milch und Milcherzeugnissen u.a. aus Westeuropa trägt dazu bei. "2014 durften nur noch sehr wenige deutsche Molkereien nach Russland ihre Produkte liefern, so dass der direkte Einfluss durch das Embargo deutlich geringer ausfiel als für Molkereien in anderen Ländern. Jedoch hat das Embargo ähnlich kommunizierender Röhren natürlich auch Auswirkungen auf die Absatzsituation und das Preisgefüge der deutschen Molkereien", führt Dr. Engel weiter aus. 
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