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Moorschutz: Meyer ärgert Bauern

© Landvolk Niedersachsen
von , am
29.10.2014

© Landvolk Niedersachsen
In Niedersachsen werfen Landwirte Agrarminister Meyer vor, beim Moorschutz Unwahrheiten zu verbreiten und sie hinters Licht zu führen.[[mehr]]
 
 
"Über unsere Köpfe hinweg will die niedersächsische Landesregierung uns die Zukunftsaussichten kappen“. Stephan Warnken aus Huxfeld und Carsten Lück aus Rautendorf in der Gemeinde Grasberg im Landkreis Osterholz sind durch die Pläne zur Änderung des Landesraumordnungsprogrammes extrem verunsichert, berichtet das Landvolk Niedersachsen. Ihre Milchviehbetriebe liegen mit einem großen Teil der Flächen in den Vorranggebieten zum Moorerhalt. „Es ist für uns unverständlich, dass ausgerechnet die Nahrungsmittelerzeugung aus Klimaschutzgründen derart streng eingeengt werden soll“, sagt Stephan Warnken. Dabei hatte Meyer angekündigt, Landwirte schützen zu wollen. Warnken bewirtschaftet einen Hof mit 45 ha Fläche und 55 Milchkühen in einer alten Moorsiedlung.
 
 

Bis zu 33 Prozent der Fläche in Vorranggebieten

Carsten Lück und Ehefrau Mareike haben gerade in den Ausbau der Milchviehhaltung kräftig investiert. Vor knapp einem Jahr wurde ein neuer Stall für derzeit 270 Milchkühe in Betrieb genommen. Mit der Möglichkeit zur ganzjährigen Güllelagerung und befestigten Siloplatten hat die Familie höhere Kosten für den Schutz der Umwelt in Kauf genommen und ist auf die weitere Nutzung der 148 ha Betriebsfläche angewiesen. Bei dem Hof Lück liegt etwa ein Drittel der gesamten Fläche direkt im Vorranggebiet, bei Familie Warnken gut ein Viertel. Darüber hinaus befürchten beide Betriebsleiter starke Beeinträchtigungen auch auf allen angrenzenden Wiesen und Äckern, sollte das Land auf diesen Flächen tatsächlich eine Wiedervernässung umsetzen. 
 

So gut wie keine Alternativen

Ausweichmöglichkeiten durch Zupacht oder Zukauf gibt es in der Region kaum, diese Beobachtung trifft fast überall im Land zu. "Das Moorschutzprogramm zieht uns im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weg", sind sich Stephan Warnken und Carsten Lück einig.
Stephan Warnken und Carsten Lück vermissen in den Plänen zur Umsetzung des Landesraumordnungsprogrammes Vorranggebiete für Landwirtschaft. Das Versprechen der Landesregierung und Agrarminister Meyer, gemeinsam mit der Landwirtschaft vor Ort einen kooperativen Ansatz zu verfolgen, klinge gut. Der vorhandene Spielraum dagegen sei mehr als eng. Die Moorbauern fühlen sich entgegen den Beteuerungen von Landwirtschaftsminister Christian Meyer in ihrer Existenz ernsthaft bedroht. 
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