Firmenübernahme AGCO will Grünfutter-Sparte von Lely übernehmen

Fendt-Traktor mit Lely-Ladewagen © Werkbild Bild vergrößern
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AGCO, der Mutterkonzern von Fendt, hat heute bekannt gegeben, die Grünfuttersparte von Lely kaufen zu wollen. Dazu gehören Ballenpressen und Ladewagen.

Paukenschlag in der Landtechnikbranche: AGCO hat heute bekannt gegeben, die Grünfuttersparte von Lely übernehmen zu wollen. Dazu gehören Ballenpressen und Ladewagen. Die Übernahme muss noch behördlich genehmigt werden. AGCO erwartet, dass dies im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein soll. AGCO verfolgt damit zielstrebig das Programm "Route 66" und führt die Fullline-Strategie weiter.

Laut der Zeitschrift Agrartechnik will AGCO das Ladewagen-Programm exklusiv der Marke Fendt zuordnen. Der einreihige Häcksler passe hingegen besser in das weltweite Vertriebsnetz von Massey Ferguson. Mähwerke, Wender, Schwader, Rundballenpressen und Wickler sollen beiden Vertriebskanälen zur Verfügung stehen. Zumindest auf absehbare Zeit soll auch weiter mit der Marke Lely operiert werden.

Lely-Mitarbeiter in Deutschland werden bei AGCO angestellt

Lely will sich zukünftig auf die Entwicklung von Robotertechnik und den Bereich Melk-, Fütterungs- und Stalltechnik konzentrieren. Der beabsichtigte Verkauf des Geschäftsbereichs Futtererntetechnik wird auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze bei Lely haben.

  • Die Futtererntemaschinen, die in Maassluis, Niederlande, produziert werden (Mähwerke, Zettwender und Schwader), überschneiden sich mit der Produktpalette der AGCO Corporation. Die Produktion in Maassluis wird nach dem Verkauf reduziert und voraussichtlich zum 31. März 2018 eingestellt werden.
  • Alle Mitarbeiter in den Niederlanden behalten ihre Anstellung bei Lely. Ungefähr 95 in der Produktion tätigen Mitarbeitern werden vorübergehend zur AGCO Corporation versetzt. Danach wird eine Lösung für ihre Zukunft innerhalb bzw. außerhalb des Unternehmens gesucht.
  • Die deutschen Werke in Wolfenbüttel (Ballenpressen Lely Welger) und Waldstetten (Ladewagen, Lely Tigo) werden Eigentum der AGCO Corporation. Die Mitarbeiter werden von der AGCO Corporation angestellt.
  • Einige der Mitarbeiter der internationalen Lely Support Organisationen - LSO (Ländervertriebsorganisationen), die für den Bereich Futtererntetechnik zuständig sind, werden von der AGCO Corporation übernommen.

Route 66: AGCO will mit Firmenübernahmen Fullliner werden

Seit März 2011 gehört die Fella-Werke GmbH zu 100 Prozent zum AGCO-Konzern. Gemeinsam erweiterte man das Futterernte-Programm von Fendt. Im Zuge der Eingliederung wurde die Fella Werke GmbH in AGCO Feucht GmbH umfirmiert.

Zur Agritechnica 2015 wurden Gerüchte laut, dass AGCO den skandinavischen Landmaschinenherstelle Kongskilde übernehmen wolle. Daraus wurde nichts: Kongskilde wurde erst kürzlich von CNH Industrial (u.a. Case IH, New Holland) übernommen.

Nun steht also fest: Künftig gehört Lely Agrartechnik zu AGCO.

Lely: Erst EuroTier-Absage, dann Kipper-Produktion eingestellt

Lely erlebte in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten. Nach einer zweijährigen Partnerschaft ab 2009 mit Mengele Agrartechnik mit Sitz in Waldstetten, übernahm der niederländische Hersteller 2011 das bayerische Unternehmen gänzlich. Die Produkte, Ladewagen und Kipper, wurden seitdem unter Lely Agrartechnik GmbH vermarktet.

2015 fuhr Lely noch ein Rekordergebnis von 619 Millionen Euro Umsatz ein. 2016 bekam das Unternehmen, wie die gesamte Agrartechnikbranche, die Auswirkungen der niedrigen Erzeugerpreise zu spüren und sagte die Teilnahme an der EuroTier ab.

Ende 2016 verkündete Lely, die Kipperproduktion in Waldstetten einzustellen, womit der Markenname Mengele Agrartechnik gänzlich verschwindet. Mit den freiwerdenden Ressourcen möchte sich Lely auf die Grünland- und Erntetechnik spezialisieren, wie die Ladenwagenserien Lely Tigo XR, PR und MR.


Mit Material von Business Wire , AGCO, Lely